ClickFunnels Erfahrungen nach 3 Jahren: Ein geniales Tool, das du nicht nutzen solltest

Von: Tim Gelhausen | Zuletzt aktualisiert: 03.11.21

Du hast von ClickFunnels gehört und fragst dich jetzt, ob du es nutzen solltest?

Dann bist du hier genau richtig. Ich habe selbst fast 3 Jahre ClickFunnels verwendet und sogar den begehrten 2-Comma-Club-Award gewonnen. Im Gegensatz zu anderen Testberichten kann ich also aus langjähriger Erfahrung sprechen.

Lies weiter, falls du schon mal mit dem Gedanken gespielt hast, ClickFunnels in deinem Business einzusetzen. Wir werden uns anschauen, ob die beliebte Software wirklich hält, was sie verspricht und …

… warum ich (Achtung: Spoiler) ClickFunnels nach knapp 3 Jahren den Rücken gekehrt habe, obwohl ich zum ersten Mal 7-stellige-Umsätze damit erreicht habe.

Die Kurzfassung: Ich empfehle ClickFunnels nicht (mehr), da du als deutschsprachiger Kunde die meisten Features nicht wirklich nutzen kannst. Die bessere Alternative zu ClickFunnels ist Coachannel von Digistore24.


INHALTSVERZEICHNIS
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Was ist ClickFunnels?

Rein objektiv gesehen ist ClickFunnels eine Software, um dein Online-Business zu betreiben. Genauer gesagt: Um Funnels, Mitgliederbereiche und Landingpages zu erstellen.

„Funnels“ ist ein gutes Stichwort, denn hier unterscheidet sich ClickFunnels von allen anderen Anbietern.

Ein Funnel ist eine Abfolge von Landingpages, die dein Besucher während des Bestellprozesses durchläuft. Nehmen wir an, dein Kunde kauft Produkt A. Danach landet er nicht sofort auf deiner Danke-Seite, sondern auf einer Upsell-Seite, wo ihm zusätzlich Produkt B angeboten wird.

Das ist, sehr vereinfacht dargestellt, ein Funnel.

Wie der Name vermuten lässt, basiert ClickFunnels auf dieser Logik. Du erstellst also nicht lose Landingpages, sondern Funnels, in denen du alle Landingpages sammelst, die du benötigst.

Anmerkung: In diesem Video zeige ich dir, wie du mit ClickFunnels die Funnels und Landingpages erstellst.

Innerhalb der Software sieht das so aus:

Du hast eine Auflistung deiner angelegten Funnels, innerhalb derer die Landingpages sind, die du für den Funnel benötigst.

Es funktioniert also nach einer Art Ordner-System. Landingpages, die zu einem bestimmten Funnel gehören, werden zusammen in einem Ordner abgelegt.

Smart.

Das System hat mir immer gefallen. So ist es einfacher, den Überblick über seine Projekte zu behalten. Du suchst nicht ewig nach losen Landingpages, sondern denkst in Projekten oder Produkten.

(Wenn du WordPress nutzt oder genutzt hast, kennst du das sicher. Nach einiger Zeit hast du so viele Seiten angelegt, dass du viel Zeit mit Suchen verschwendest …)

Man kann „ClickFunnels“ nicht sagen, ohne an Russel Brunson zu denken. Er hat die Software bekannt gemacht und vermarktet – und holla die Waldfee, das hat er gut gemacht.

ClickFunnels ist nicht nur eine Software, sondern eine Bewegung. Es sei die Software für Entrepreneure – für alle, die sich ein Online-Business aufbauen und mit ihrem Wissen anderen helfen wollen.

Dementsprechend hat die Software eine große Community mit lokalen Events, einer Facebook-Gruppe und zahlreichen Produkten.

Leider hat man das Gefühl, dass ClickFunnels mehr ein Marketing- als eine Softwareunternehmen ist. Es werden ständig neue Produkte und Online-Kurse für die Community gebaut. Nur leider bleibt dabei die Software auf der Strecke. Aber dazu später mehr.

Features: Was kannst du mit ClickFunnels machen?

Die Antwort: Eine Menge. Das heißt aber nicht, dass alles sinnvoll ist. Schauen wir uns ein paar der Features mal genauer an.

Follow-Up Funnels (ehemals Actionatics). So nennt ClickFunnels sein E-Mail- und SMS-Feature. Ja, du kannst theoretisch über ClickFunnels E-Mail-Marketing betreiben und sogar SMS versenden.

Aber wie du dir denken kannst, ist das nur halb-gegart. In der Realität ist das ein Albtraum und ich würde dir dringend abraten. Setze lieber auf eine echte E-Mail-Marketing-Lösung, wie KlickTipp, ConvertKit oder ActiveCampaign.

Warum?

Actionatics ist ein Teilbereich von ClickFunnels. Es ist rudimentär, wird kaum weiterentwickelt und furchtbar zu bedienen. Absolut keine Alternative zu echten E-Mail-Programmen. Ohnehin ist dieses Feature nur ab der 297€ pro Monat Version enthalten.

Backpack. Es ist möglich, dein eigenes Affiliate-Netzwerk über ClickFunnels aufzubauen. Mit Backpack kannst du Affiliates bezahlen, die deine Produkte verkaufen.

Was in der Theorie nett klingt, scheitert an der Praxis. Viel zu komplex, unübersichtlich und für den deutschsprachigen Markt ungeeignet. Für Affiliate-Management lege ich dir Digistore24 ans Herz. Das ist viel einfacher.

Ebenfalls nur in der 297€ pro Monat Version enthalten.

Templates. Okay, über die ersten beiden Features musste ich meckern, aber die Vorlagen von ClickFunnels sind ihre große Stärke.

Dir wird eine Vielzahl von Vorlagen für alle Arten von Landingpages präsentiert. Beispielsweise für:

Und noch viele, viele mehr.

Die Vorlagen von ClickFunnels gewinnen keinen Schönheitspreis, aber sie konvertieren gut. Falls du ein Anfänger bist und nicht weißt, was eine gute Landingpage ausmacht, wirst du die Vorlagen von ClickFunnels lieben.

Auch ich habe zu Beginn eine Vorlage verwendet und war hellauf begeistert. Auf einmal haben sich viel mehr Menschen für mein Webinar angemeldet. Das war der Moment, wo ich zu ClickFunnels wechseln wollte.

Membership. Mit ClickFunnels kannst du deine eigenen Mitgliederbereiche erstellen. Aber auch die lege ich dir nicht ans Herz. Sie sind rudimentär und sehen furchtbar aus.

Du merkt vielleicht einen Trend: ClickFunnels kann viel, aber die meisten Features sind so basal, dass du sie nicht verwenden willst. Die Mitgliederbereiche von ClickFunnels können denen von Coachannel oder Coachy nicht im Ansatz das Wasser reichen.

WordPress Plugin. Falls du zusätzlich eine WordPress-Seite verwendest, kannst du das entsprechende WordPress-Plugin installieren. So kannst du Seiten, die du in ClickFunnels gebaut hast, über deine WordPress-URL einbinden.

Das ist sehr angenehm – und habe ich selbst oft gemacht. So sehen deine URL sauber aus, aber du kannst trotzdem Landingpages in ClickFunnels bauen.

Split-Tests. Das Split-Test-Feature ist super. Wenn du eine Landingpage erstellst, kannst du sofort eine zweite Version bauen, um sie zu splittesten. Einfach und tut, was es soll.

Share Funnel. Eines der populärsten Features, das ClickFunnels groß gemacht hat. Jeder kann seinen Funnel mit anderen Personen teilen.

Angenommen, ich hätte einen Webinar-Funnel erstellt, den ich dir zugänglich machen möchte. Ich kann mit einem Klick eine Kopie aller Landingpages erstellen und mit dir teilen.

Über einen Link kannst du dann all die Landingpages in dein ClickFunnels-Konto importieren. Das ist so genial, weil es viel Zeit spart. Wenn ich beispielsweise einen Online-Kurs anbiete, kann ich für all meine Teilnehmer Vorlagen erstellen, die sie nutzen können.

Der Landingpage-Editor

Okay – ClickFunnels hat einige nette, aber auch sinnlose Features. Das wohl größte und beste an der Software ist aber sein Editor für Landingpages.

Diesem wollte ich eine separate Sektion in diesem Artikel widmen, da er das Herzstück der Software ist. Ich empfehle dir das folgende Video anzuschauen, in dem ich den Landingpage-Editor genauer zeige.

ClickFunnels arbeitet mit Sektionen (grün), Spalten (blau) und Elementen (orange), wie du in dieser GIF siehst.

In den Sektionen ordnest du deine Spalten an, in denen du wiederum die Elemente einfügst. Die Elemente sind das, was tatsächlich auf der Landingpage zu sehen ist, sprich:

  • Überschriften
  • Textabschnitte
  • Aufzählungslisten
  • Bilder
  • Trennlinien
  • Buttons

und so weiter. Hier siehst du, wie ich eine neue Sektion erstelle, in dieser eine 2-Spalten-Ansicht platziere und anschließend eine Überschrift auswähle.

Das Prinzip von dem Landingpage-Editor ist schnell verstanden und intuitiv. Ich muss sagen: Es macht Spaß, mit ClickFunnels zu arbeiten. Es wird seinem Namen wirklich gerecht: In wenigen Klicks erstellst du deine Funnel.

Am besten gefällt mir aber, dass du selbst als Anfänger schnell Landingpages erstellen kannst, die gut aussehen und konvertieren. Wenn du neue Sektionen, Spalten oder Elemente erstellst, sind automatisch passende Abstände eingestellt.

Du musst selbst nicht viel machen und deine Seiten sehen wirklich akzeptabel aus. ClickFunnels hat viel Vorarbeit geleistet, sodass du selbst ohne Vorkenntnisse in Sachen Design schöne Landingpages baust. Es ist schon wirklich schwer, eine vollkommen grausige Seite zu erstellen.

Ganz klar: Der Landingpage-Editor ist das Beste an ClickFunnels. Und wenn ich ehrlich bin, vermisse ich ihn ein wenig.

Vor- und Nachteile von ClickFunnels

Nachdem ich über 2 Jahre mit ClickFunnels gearbeitet habe, habe ich all die positiven, aber auch negativen Seiten kennengelernt. Lass uns beide mal unter die Lupe nehmen.

Vorteile

1. Gründer sind Marketing-Genies.

Russel Brunson versteht Marketing, wie kein Zweiter. Warum das ein Vorteil ist?

Das merkst du bei beispielsweise bei all den Vorlagen für die Landingpages. Während andere Anbieter darauf achten, dass ihre Vorlagen möglichst „hübsch“ aussehen, geht es ClickFunnels um Conversions.

Man merkt sofort, dass da jemand hinter ist, der selbst Jahre lang im Marketing aktiv war. Alles in der Software ist auf die Bedürfnisse von Online-Unternehmern abgestimmt. Hier ist ein Vergleich, um den Vorteil deutlich zu machen:

Die meisten Fitnessstudios werden von Geschäftsmännern und -Frauen betrieben. Anzugträger, die selbst nicht trainieren. Das merkst du an der Auswahl der Geräte, den Marken oder dem Ambiente.

Eröffnet hingegen ein echter Sportfanatiker ein Fitnessstudio, steckt viel mehr Liebe darin. Er weiß, welche Geräte die Mitglieder brauchen. Vielleicht trainiert er sogar selbst dort.

ClickFunnels ist wie ein Fitnessstudio, das von einem ehemaligen Bodybuilder eröffnet wurde, der selbst noch aktiv trainiert.

2. Intuitiv.

ClickFunnels funktioniert anders, als die meisten Landingpage-Softwares. Du musst dich erst an das System der Funnels und den Editor gewöhnen. Aber wenn du dich daran gewöhnt hast, willst du nichts anderes mehr.

Seitdem entgleitet mir immer ein Schnaufen, wenn ich in WordPress meine große Liste von Landingpages sehe, aus der ich die richtige über etliche Seiten suchen muss.

„Warum kann ich das nicht in Funnels anordnen?“, frage ich mich enttäuscht.

Es ist viel angenehmer, seine Seiten logisch in Funnels bündeln zu können. Weiterhin ist der Editor viel einfacher zu bedienen, als die meisten.

Warum?

Die Gestaltungsmöglichkeiten sind bewusst begrenzt, was es dir erlaubt, Seiten schnell zu bauen. Du musst dir nicht viele Gedanken um Design machen – das hat die Software schon für dich übernommen. Hast du dich einmal daran gewöhnt, willst du dabei bleiben.

3. Templates sind optimiert für Conversions.

Die Vorlagen gewinnen keinen Schönheitspreis, funktionieren aber fantastisch. Als ich damals zu ClickFunnels gewechselt und eine ihrer Vorlagen für Webinar-Registrierungsseiten verwendet habe, ist meine Conversion durch die Decke gegangen.

Hübsche Landingpages sind schön und gut – aber wenn sie nicht konvertieren, sind sie zwecklos. Die ClickFunnels Landingpages sind in erster Linie auf Conversions optimiert. Und das ist auch gut so.

4. Begeisterung bei der Arbeit.

ClickFunnels macht Spaß. Es ist nicht einfach nur ein Tool, das du bedienen musst, um dein Online-Business aufzubauen. Du hast das Gefühl, dass du Teil einer Bewegung bist. Das liegt an dem genialen Marketing, das ClickFunnels umgibt.

Denn der Kopf hinter der Software, Russel Brunson, rührt in seinem Podcast und in seinen Büchern mächtig die Werbetrommel für Entrepreneure. Er weiß, wie man Menschen mitreißt.

Wenn ich in ClickFunnels Landingpages baue, habe ich das Gefühl, dass ich wirklich etwas bewege. Bei anderen Anbietern kommt diese Begeisterung nicht auf. Mir ist es wichtig, dass ich gerne mit den Tools arbeite, die ich verwende. Und ClickFunnels macht einfach Spaß. Punkt.

5. Support.

Über den Support von dem amerikanischen Softwareanbieter hatte ich früher nur Negatives gehört: Du wirst durch etliche Hilfeartikel und einen Bot geleitet, ehe du mit einem Mitarbeiter sprechen kannst.

Stimmt auch. Sogar „noch schlimmer“: Ehe du mit einem Mitarbeiter von ClickFunnels sprechen kannst, wirst du an einen privaten ClickFunnels-Nutzer geleitet, der zwar nicht offiziell dort angestellt, aber ein Experte der Software ist.

Somit ergeben sich 3 Support-Ebenen:

  1. Bot und Hilfeartikel
  2. Inoffizielle Support-Mitarbeiter, die Experten der Software sind
  3. Offizielle Support-Mitarbeiter von ClickFunnels

Klingt auf Anhieb furchtbar. Ich muss aber sagen, dass die Hilfeartikel wirklich hilfreich sind und die inoffiziellen Support-Mitarbeiter schnell antworten und mir bisher immer weiterhelfen konnten.

ClickFunnels bietet ihren Nutzern an, nebenbei etwas zu verdienen, indem sie nicht-dringende Support-Tickets bearbeiten. Und das funktioniert erstaunlich gut.

Der Support war freundlich, schnell erreichbar und hat meine Probleme immer gelöst. Ich kann mich an keinen Vorfall erinnern, wo ich unzufrieden war.

Einziges Manko: Support gibt es nur auf Englisch – und bei den typischen Problemen eines deutschsprachigen Nutzers (Datenschutz, Anbindungen zu deutscher Software) können sie dir nicht helfen.

Aber das ist bei den meisten Lösungen aus Amerika so. Wenn man deutschsprachigen Support haben möchte, muss man auf eine Lösung wie Coachannel setzen.

6. Der 2-Comma-Club-Award.

In dem Video am Anfang des Artikels siehst du eine goldene Schallplatte bei mir im Hintergrund. Das ist der sogenannte 2-Comma-Club-Award von ClickFunnels. Den bekommst du, wenn du mit einem Funnel $1.000.000 umgesetzt hast.

Diese Auszeichnung ist ein gigantischer Meilenstein für viele. Als mein Funnel damals gut funktionierte und ich den eine Millionen Dollar Umsatz immer näher kam, war der Award alles, an was ich denken konnte.

Ich wollte ihn unbedingt haben. Die Vorstellung, meinen eigenen Award in Händen zu halten, hat mich unfassbar motiviert. Genau so jagen Tag für Tag tausende Entrepreneure diesem gefragten Award nach.

Er ist wie ein Oscar für Unternehmer und Selbstständige. Es mag nur eine kleine Auszeichnung sein, aber diesen anerkannten Award gibt es nur bei ClickFunnels.

7. Community.

Wie ich schon sagte, ist ClickFunnels nicht nur eine Software, sondern eine Bewegung. Kein anderer Funnel-Builder hat eine so lebendige, große Community. Wie ich diese Worte schreibe, hat die offizielle Facebook-Gruppe über 268.000 Mitglieder.

Hier findest du etliche Gleichgesinnte, die genau so verrückt sind, wie du. Menschen, die sich ihren Traum vom Online-Business erfüllen, neue Funnels erstellen und mit ihrem Wissen Geld verdienen wollen.

Ganz zu schweigen von den lokalen Events, wie etwa „FunnelHacking Live“. Einmal im Jahr mietet Russel Brunson eine große Event-Halle und lässt seine Mitglieder zusammenkommen.

Das gibt es so bei keinem anderen Anbieter.

Nachteile von Clickfunnels

1. Ladezeit.

Das ist ein Nachteil, der es in sich hat. Die Landingpages, die du mit ClickFunnels baust, laden langsam.

Das bedeutet, dass einiger deiner Besucher niemals deine Angebote sehen und du de facto Geld für Traffic aus dem Fenster schmeißt (wenn ich an Facebook Ads denke.) Da ich viele Tools selbst genutzt habe, habe ich hier Vergleichswerte.

Bei Coachannel beispielsweise öffnet sich bei rund 84% der Menschen, die auf einen Link klicken, die komplette Landingpage. Bei ClickFunnels liegt dieser Wert bei rund 73% (persönliche Erfahrung). Dir gehen also auf Dauer ca. 11% des Traffics durch die Lappen.

Stell dir vor, du schaltest Facebook Ads. Und jetzt stell dir vor, 11% deines Budgets wird einfach verbrannt. Das passiert, wenn du mit ClickFunnels arbeitest.

2. Deutschsprachige Länder stehen hinten an.

ClickFunnels stammt aus und wurde ganz klar für Amerika konzipiert. Datenschutz oder Integrationen zu deutschsprachigen Tools? Alles zweitrangig. Der Support? Kann nur auf Englisch helfen und nur bei Anliegen, die nicht spezifisch auf deutschsprachige Länder zugeschnitten sind.

Wer der englischen Sprache gar nicht oder kaum mächtig ist, sollte ganz auf ClickFunnels verzichten.

3. Viele Features kannst du nicht nutzen oder sind unzureichend.

Mit ClickFunnels kannst du wunderschöne Bestellformulare basteln, die du auf deine Landingpage einbetten kannst. Das Problem ist, dass du sie nur nutzen kannst, wenn du Stripe für deine Zahlungen verwendest. Und das macht kaum jemand in den deutschsprachigen Ländern. Hier setzt man auf Digistore24, Elopage und dergleichen.

Willst du den Mitgliederbereich von ClickFunnels verwenden? Dasselbe Problem. Du musst auf Zapier zurückgreifen, um Digistore mit dem amerikanischen Funnelbuilder zu verbinden.

Das E-Mail-Marketing von ClickFunnels? Das Affiliate-Netzwerk? Die SMS-Benachrichtigungen?

Alles interessante Features, die du als Nicht-Amerikaner leider gar nicht oder nur mit viel, viel technischen Aufwand verwenden kannst. Wenn du die Software ausreizen willst, solltest du dich schnellstmöglich mit Zapier anfreunden. Denn darüber wirst du fast alles miteinander verbinden müssen.

4. Weiterentwicklung stagniert.

Dieser Punkt macht mich persönlich wütend. Ich kann es nicht ab, wenn große Unternehmen, die viel Geld verdienen, ihr Produkt kaum weiterentwickeln.

In deinem Dashboard kannst du dir unter „Was ist neu?“ anschauen, welche Neuerungen ClickFunnels in der letzten Zeit veröffentlicht hat. Den folgenden Screenshot habe ich im August 2021 gemacht.

Wie du siehst, ist die letzte Ankündigung aus dem Oktober 2020. Und dabei handelt es sich um einen neuen Zahlungsplan, kein neues Feature. Das letzte, neue Feature haben sie im Juni 2020 veröffentlicht.

Das musst du dir mal auf der Zunge zergehen lassen: Die Software wurde funktional über 1 Jahr nicht verbessert. Das finde ich kriminell.

Es scheint mir, als investieren sie lieber in neue Kurse und Coachings, die sie ihren Mitgliedern verkaufen können. Denn neue Informationsprodukte bringt ClickFunnels regelmäßig raus.

Auf der einen Seite finde ich das ja hervorragend, dass sie ihren Mitgliedern bei der Vermarktung ihrer Produkte helfen wollen. Auf der anderen Seite leidet darunter die Entwicklung der Software selbst.

Mir fällt kein guter Grund ein, warum ein so gigantisches Unternehmen wie ClickFunnels über ein Jahr keine Neuerungen oder Verbesserungen an der Software vornimmt. Und das hinterlässt einen bitteren Geschmack in meinem Mund.

Ich unterstütze ungern Unternehmen, die sich nicht weiterentwickeln.

5. Preis-Leistungs-Verhältnis ist grauenhaft.

Aus den Augen eines Anfängers ist der Preis von ClickFunnels furchterregend. Die günstigste Version liegt bei $97 pro Monat. Es dauert nicht lange, bis du auf die $297 Version umsteigen musst, da die Einstiegsvariante stark beschnitten ist.

Ich zahle gerne auch knapp 300€ im Monat für gute Software, keine Frage. Aber als deutschsprachiger Nutzer kannst du die meisten Features von ClickFunnels gar nicht oder nur eingeschränkt nutzen. Du bekommst nicht wirklich mehr für 3x so viel Geld. Schade.

Was kostet ClickFunnels?

Preis-Leistungs-Verhältnis ist ein gutes Stichwort. ClickFunnels hat 3+1 Version. Auf der offiziellen Preise-Seite findest du diese Versionen:

(Es gibt noch eine Version für $37 pro Monat, die dir angeboten wird, wenn du deinen Account kündigen möchtest. Soweit ich mich erinnere, kannst du mit dieser Version keine neuen Landingpages erstellen, aber deine aktuellen bleiben aktiv.)

Für die meisten sind nur die ersten beiden interessant: die $97 und $297 Version. Wie du in folgendem Screenshot siehst, unterscheiden sie sich maßgeblich in Funktionsumfang und Anzahl von Funnels, Landingpages und maximalen Besuchern auf deiner Landingpage.

Da du die meisten Features, die dir bei der $297-Version zur Verfügung stehen als deutschsprachiger Nutzer nicht wirklich nutzen kannst, kannst du sie ignorieren.

Was dich früher oder später zur größeren Version führt, ist die Begrenzung der Landingpage-Besucher. 20.000 pro Monat dürfen es bei der Einstiegsvariante maximal sein. Vor allem, wenn du mit bezahlter Werbung arbeitest, wirst du diese Grenze flott erreichen.

Das war auch der Grund, warum ich wenige Monate später bereits hochstufen musste. Wenn du gerade am Anfang stehst, machen dich knapp 300€ zusätzliche Kosten pro Monat sehr nervös.

Die höchste Stufe, die Variante „Two Comma ClubX“ kommt mit $2497 im Monat daher. Der Unterschied ist, dass du hier mehr Coachings und Online-Kurse erhältst, um deine Funnel zu optimieren.

Das Ziel: Jeder soll seinen Two Comma Club Award erhalten, also die Auszeichnung für 1 Millionen Dollar Umsatz mit einem Funnel. Wer Fan von ClickFunnels und Russel Brunson ist, kommt hier auf seine Kosten.

Die beste Alternative zu ClickFunnels: Warum ich gewechselt habe

Okay. Kommen wir zum Elefanten im Raum.

Ich habe über 2 Jahre ClickFunnels genutzt. Sogar den begehrten Award gewonnen. Ich habe mein Online-Business mit und dank ClickFunnels aufgebaut. Warum zum Geier nutze ich es also nicht mehr?

Ganz einfach: Es gibt eine neue, bessere Alternative: Coachannel.

Coachannel (ehemals OneClickBusiness) ist die neue Software aus dem Hause Digistore24 mit (unter anderem) diesen Funktionen:

  • Landingpages bauen
  • Mitgliederbereiche für deine Produkte erstellen
  • Mitgliederverwaltung
  • Funnel bauen
  • Videos hochladen.

Wenn mich andere gefragt haben, was Coachannel genau ist, habe ich so geantwortet: „Stell es dir wie das deutsche ClickFunnels vor. Nur mit schnelleren Ladezeiten, schöneren Mitgliederbereichen und besserem Support.“ So sehe ich das heute immer noch.

Die beiden Konkurrenten haben viel gemeinsam. Beide ermöglichen dir im Grunde dasselbe: Landingpages und Funnels bauen, um deine Produkte online zu verkaufen – und anschließend in den Mitgliederbereichen auszuliefern.

Klar: Der eine Anbieter hat hier, der andere Anbieter da kleine Vorteile. Bei ClickFunnels finde ich den Landingpage-Editor intuitiver, Coachannel hat dafür eine eigene Online-Kurs-App für deine Teilnehmer.

ClickFunnels hat mehr und bessere Landingpage-Vorlagen, bei Coachannel ist dafür der Mitgliederbereich schöner.

Schön und gut – aber das sind alles nicht Dinge, die den Kohl fett machen.

Warum habe ich also meine ClickFunnels-Koffer gepackt? Nun, es gibt einen zentralen Unterschied zwischen den beiden Tools.

ClickFunnels ist ein Marketing-Unternehmen, Coachannel ein Software-Unternehmen.

Was meine ich damit?

Nun, die Software ClickFunnels ist „gut genug“ und wird daher auch nicht aktiv weiterentwickelt. Die Köpfe hinter der Software stammen aus dem Marketing. Dementsprechend wird die Software mehr vermarktet, als verbessert.

Das merkt man.

Aus dem Hause ClickFunnels kommen immer mehr Online-Kurse und Coaching-Angebote, die sie ihren Kunden verkaufen. Währenddessen wurden zentrale Funktionen, wie beispielsweise der Mitgliederbereich, seit Jahren nicht mehr angefasst.

Die Köpfe hinter Coachannel sind Programmierer und Software-Experten. Digistore24 existiert seit über 10 Jahren. Sie haben viel Erfahrung im Bereich Software gesammelt, haben ein großes Entwicklerteam und wissen, wie man robuste, nützliche Software baut.

Und das merkt man auch.

Coachannel hat wahrlich kein schillerndes Marketing. Du kannst hier nicht erwarten, dass du wie bei ClickFunnels von der Energie der Gründer mitgerissen wirst.

Was du aber erwarten kannst: eine funktionierende Software, die beständig auf die Wünsche der Kunden hin optimiert wird.

Coachannel gibt Gas. Fast jeden Monat gibt es neue Funktionen oder Optimierungen – und damit meine ich nicht nur kleine Bugfixes, sondern wirklich neue Funktionen.

Da Digistore24 hinter der Software steckt, muss Coachannel kein großes Marketing betreiben. Sind wir ehrlich: mit Digistore24 im Rücken sind die finanziellen Ressourcen unendlich. Sie können sich also einfach darauf konzentrieren, gute Software zu erstellen.

Das ist der Hauptgrund, weshalb ich gewechselt habe.

Ich habe Lars und Claudio, die beiden Hauptverantwortlichen hinter Coachannel, persönlich kennengelernt und in meinem Podcast interviewed. Die beiden sind sehr smart, haben immer ein offenes Ohr und sie wollen einfach geniale Software bauen.

Als ich mit Coachannel anfing, war ich skeptisch. Und wenn ich ehrlich bin, gab es einige Momente, in denen ich mir ClickFunnels zurückgewünscht hatte. Aber heute, knapp 2 Jahre später, schaue ich nicht mehr zurück.

Ich logge mich gerne in Coachannel ein. Es fühlt sich wie das „Zuhause“ von meinem Business an. Die Software wird regelmäßig verbessert, was mir ein gutes Gefühl gibt. Wenn Coachannel so weitermacht, wie bisher, ist es schon bald an der Spitze.

Fazit: Solltest du ClickFunnels verwenden?

Nein.

Überrascht, dass ich so direkt bin?

Kann ich verstehen. Die meisten Blog-Schreiber winden sich um eine klare Aussage und beenden ihre Empfehlungen mit einer „kommt drauf an“-Antwort. Aber wenn du nicht gerade Amerikaner bist, gibt es keinen Grund, warum du ClickFunnels nutzen solltest. Coachannel ist die bessere Alternative.

ClickFunnels halt ein grauenhaftes Preis-Leistungs-Verhältnis, ist für die deutschsprachigen Nutzer mit vielen Kopfschmerzen verbunden und kann Coachannel nicht das Wasser reichen.

Am Ende des Tages läuft es darauf hinaus: ClickFunnels ist in erster Linie eine Marketingfirma – und dann erst ein Softwareunternehmen.

Es ist kein Wunder, dass ClickFunnels viele Nutzer hat. Durch das Marketing wird man mitgerissen. Man fühlt sich wie Teil einer Bewegung. Deshalb wollen viele damit arbeiten. So war es bei mir auch.

Riskiert man aber einen Blick unter die Motorhaube des schillernden Porsche, findet man einen alten, rostigen Motor.

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Tim Gelhausen

Über den Autor

Hi, ich bin Tim – Host des Conversion Copywriting Podcast und Gewinner des 2-Comma-Club-Awards.

Als Copywriter helfe ich dir durch fesselnde Werbetexte und authentisches Marketing, Kunden für deine Online-Kurse und Coachings zu gewinnen.

Ich bin der Typ, zu dem andere kommen, wenn sich ihre Produkte nicht gut genug verkaufen.

Meine Achillesferse? Ben & Jerry's. Davon komme ich einfach nicht weg.

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