Was ist Copywriting? (Inklusive Tipps und umsetzbare Formeln)

Von: Tim Gelhausen | Zuletzt aktualisiert: 05.08.22

Sind deine Conversions zu niedrig?

Oder planst du dich als Copywriter selbstständig zu machen?

Dann bist du hier genau richtig

In diesem Artikel erfährst du:

  • Was Copywriting genau ist und wie du damit Geld verdienen kannst
  • Wie du Copywriting einsetzt, um die Conversions in deinem Online-Business zu erhöhen
  • 7 Merkmale phänomenaler Werbetexte, die verkaufen

Zu diesem Blogbeitrag gibt es eine passende Podcast-Episode auf meinem Conversion Copywriting Podcast, die du dir hier anhören kannst:


INHALTSVERZEICHNIS
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Was ist Copywriting?

Copywriting heißt frei übersetzt „Werbetexten“ und kommt demnach aus der Marketingwelt. Der Werbetext wird im Englischen als Copy bezeichnet. Frag nicht, warum. Bescheuerte Bezeichnung.

Es unterscheidet sich zu anderen Texten maßgeblich in einem Punkt: Beim Copywriting soll der Leser nach dem Text eine bestimmte Handlung ausführen. Beispielsweise etwas kaufen, etwas herunterladen oder sich zu etwas anmelden.

Konkret heißt das: Wann immer du einen Text siehst, der dich zu einer Handlung motivieren soll, hat ein Copywriter diesen Text verfasst. Das kann eine Facebook-Anzeige sein, eine E-Mail von einem Online-Shop, eine Produktbeschreibung, ein Social-Media-Beitrag oder klassische Werbebriefe.

(In Amerika sagt man auch gerne: “Copywriting is salesmanship in Print“, also verkaufen in Textform.)

Hier ist ein altmodisches Beispiel:

Altmodisches Copywriting

Das ist die Überschrift von einem Verkaufsbrief, der ein Buch über das Abnehmen verkaufen soll. Der Werbetext soll dir das Abnehmen schmackhaft machen, sodass du am Ende das Buch bestellst.

Klassisches Copywriting.

Ein moderneres Beispiel ist eine solche Facebook-Anzeige:

Modernes Copywriting

(Ich war mal so frei und habe mich selbst als Beispiel genommen.)

Wie du siehst, hat diese Anzeige ein konkretes Ziel: Der Leser soll meine 11 Rezepte für faszinierende Newsletter-E-Mails herunterladen.

Im Gegensatz zu Blogartikeln, Social-Media-Beiträgen oder anderen Arten von Texten geht es beim Copywriting also darum, dass der Leser eine Aktion ausführt. Werbetexte sind kommerziell, nicht informativ.

Was macht ein Copywriter und wie verdient er Geld mit dem Schreiben?

Ein Copywriter erstellt in der Regel keine Texte für das Content-Marketing oder für Social Media, sondern Werbetexte, die auf Verkaufspsychologie basieren.

Das Ziel von einem Copywriter ist also nicht zu informieren, sondern den Leser zu einer Handlung anzuregen. Eine zentrale Frage für den Copywriter lautet also: “Wie kann ich andere überzeugen, unser Produkt zu kaufen?“.

Vor dem Internetzeitalter hat ein Copywriter Texte für Offlinemarketing-Kanäle verfasst. Beispielsweise:

  • Coupons in Zeitschriften
  • Flyer
  • Broschüren
  • Werbeanzeigen in Magazinen
  • Verkaufsbriefe (sogenanntes Direct Mailing)
  • Radiowerbung
  • TV-Werbung

Das hat sich aber mit dem Internet gewandelt. Das Internet bietet ein breites Spektrum an Onlinemarketing-Kanälen, für die der Copywriter textet. Darunter fällt:

  • Webseiten
  • Landingpages
  • Promo-E-Mails
  • Produktbeschreibungen für Online-Shops
  • Lead Magneten
  • Webinare
  • Anzeigen (Facebook, Google oder klassisch in einem Magazin)

Leider wird ein „Copywriter“ oftmals als Texter allgemein angesehen. Solltest du in einer Agentur als Copywriter angestellt werden, ist es möglich, dass du nicht nur Werbetexte schreibst, sondern auch Texte für das Content-Marketing. Etwa SEO-Texte oder Beiträge für Social-Media.

Das führt mich zu einer Frage, die mir häufig gestellt wird:

Wie kann man als Copywriter Geld verdienen? Nun, hier sind die 3 Möglichkeiten:

1. Du bist in einer Agentur angestellt.

Copywriter sind für jede Marketingagentur wichtig. Oft wollen Kunden Broschüren, E-Mails, Anzeigen oder Produktbeschreibungen haben, die getextet werden müssen.

Wenn du in einer Agentur arbeitest, hast du einen großen Luxus: Du musst dich nicht selbst darum kümmern, Kunden an Land zu ziehen.

Der Nachteil ist, dass du die Kunden, für die du schreibst, auch nie wirklich kennenlernst.

Ich war selbst nie in einer Agentur tätig, aber habe von Kollegen gehört, dass es auf Dauer ermüdend ist. Die Arbeit fühlt sich anonym an, da man die Kunden nie selbst zu Gesicht bekommt.

2. Du bist in einem Unternehmen angestellt.

Als Copywriter in einem Unternehmen kümmerst du dich um die Werbetexte für das Unternehmen selbst. Du hast also nicht ständig wechselnde Kunden, die du nicht kennst und musst dich nicht um neue Kunden kümmern.

Klingt eigentlich super, oder?

Meiner Meinung nach ist eine Einstellung in einem Unternehmen auch einer Agentur vorzuziehen. Aber in einem Unternehmen wirst du selten als reiner Copywriter eingestellt — eher als Texter allgemein.

Das bedeutet, dass du nicht nur typische Werbetexte schreiben musst, sondern auch SEO-Blogartikel, bestimmte Webseiten des Unternehmens oder Social-Media-Beiträge.

Der Job des Copywriters verwässert also, wenn du fest in einem Unternehmen arbeitest.

3. Als Freelancer arbeiten.

Jetzt wird es interessant!

Die finanziell erfolgreichsten Copywriter sind Freelancer.

Warum?

Also Selbstständiger hast du natürlich mehr Einfluss auf dein Gehalt. Du kannst die Preise gestalten. Das große Problem dabei: Du musst dich auch selbst um Kunden kümmern.

Und das kann ziemlich schwierig sein.

Viele Kunden erkennen den Wert in guten Werbetexten nicht – und sind daher nicht bereit, gutes Geld zu bezahlen. Daher wirst du als Copywriter einige Zeit viele, kleinere Kunden annehmen müssen, bis du dir einen Namen aufgebaut hast.

Aber wenn du dann Erfahrung hast und weiterempfohlen wirst, kannst du nach und nach deine Preise erhöhen, um mehr zu verdienen.

Apropos Preise: Du fragst dich sicher…

Was verdient man als Copywriter?

Hier sieht es leider mau aus. Offiziell gibt es keine anerkannte Ausbildung zum Copywriter, sodass die meisten Schreiber als Quereinsteiger starten.

Das wirkt sich auch auf das Gehalt aus.

Als Angestellter musst du dich (je nach Erfahrungsgrad) mit 30.000€ – 40.000€ Brutto zufriedengeben. Das sind knapp 2.000€ Netto monatlich, wenn überhaupt.

Die einzige Möglichkeit, mit seiner Leidenschaft zum Schreiben gutes Geld zu verdienen, ist die Selbstständigkeit. Als Freelance-Copywriter kannst du sechsstellig im Jahr verdienen, wenn du dir über die Jahre einen Namen machst.

Aber dafür braucht es Geduld, Ausdauer und Biss. Sich selbst um Kunden kümmern zu müssen, ist kein Zuckerschlecken. Das kann ich dir aus Erfahrung bestätigen.

Bei kaum einem Beruf ist die Verdienstspanne so hoch, wie bei Copywritern. Für ein stattliches Gehalt musst du als Dienstleister spitz positioniert sein und musst die richtige Branche wählen.

Falls du Copywriter bist oder werden möchtest, höre dir diesen Podcast an, in dem ich dir 7 Branchen vorstelle, in denen du 6-stellig im Jahr verdienen kannst:

Wie werde ich Copywriter?

Eine stattlich-geprüfte Ausbildung zum Copywriter existiert nicht. Du kannst es dir auf eigene Faust beibringen, indem du Copywriting-Kurse oder Bücher durcharbeitest, Werbekampagnen analysierst oder auch Verkaufsbriefe abschreibst (ein Geheimtipp, der erstaunlich gut funktioniert.)

Die meisten Werbetexter werden in Werbeagenturen eingesetzt – und auch dort eigens ausgebildet. Wenn du in einer Agentur arbeitest, wirst du schnell mit dem Schreiben von Werbetexten beauftragt und sammelst so Erfahrung.

Copywriting für dein Online-Business lernen, damit deine Conversions durch die Decke gehen

Hast du ein eigenes Online-Business? Sammelst du E-Mail-Adressen ein oder verkaufst du deine eigenen Produkte?

Dann musst auch du dich mit Copywriting auseinandersetzen.

Denn je besser du deine Zielgruppe mit deinen Texten überzeugen kannst, desto mehr Menschen kaufen deine Produkte.

Wie man als Anfänger überzeugende Copy schreibt, fragst du dich?

Mit Formeln und Vorlagen.

Vielleicht hast du schon von der AIDA-Formel gehört. Das steht für

  • Attention (Aufmerksamkeit)
  • Interest (Interesse)
  • Desire (Bedarf)
  • Action (Handlungsaufforderung).

Mit der AIDA-Formel kannst auch du schnell Werbetexte schreiben, die konvertieren. Lass uns das an einem Beispiel deutlich machen.

1. Attention

Ganz zu Beginn musst du die Aufmerksamkeit deiner Zielgruppe erhaschen.

Das geht ganz einfach, indem du deine Zielgruppe ausrufst. Schau dir mal dieses Beispiel an:

Aufmerksamkeit deiner Zielgruppe erhaschen

Siehst du oben, wie ich die Zielgruppe der Coaches, Experten und Kurs-Ersteller ausgerufen habe? Damit signalisiere ich, dass das Folgende für diese Zielgruppe bestimmt ist.

Du kannst auch durch ein auffälliges Bild oder knallige Farben auffallen. Hier ist ein praktisches Beispiel:

Während eines Spaziergangs durch Köln habe ich beispielsweise ein knallgelbes Plakat mit Lila Aufschrift gesehen, das meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat.

Auf dem Plakat wurde eine Anti-Faltencreme beworben. Das Angebot war zwar nicht interessant für mich, aber Aufmerksamkeit hat das Plakat definitiv erzeugt.

2. Interest

Sobald du die Aufmerksamkeit hast, musst du erstes Interesse wecken, sodass deine Zielgruppe weiterliest.

Wie das funktioniert?

Indem du deiner Zielgruppe ein Versprechen kommunizierst oder ein Problem ansprichst, mit dem sie sich identifizieren können. Beispielsweise, indem du eine Frage in den Raum stellst. Schau mal hier:

Der Zielgruppe ein Versprechen kommunizieren oder ein Problem ansprechen, mit dem sie sich identifizieren können.

Falls du einen Launch planst und so eine Überschrift siehst, willst du sicher weiterlesen. Genau das ist das Ziel bei der „Interest“-Phase.

Ein weiteres Beispiel:

Der Zielgruppe ein Versprechen kommunizieren oder ein Problem ansprechen, mit dem sie sich identifizieren können.

Hier wird mit einem großen Versprechen gearbeitet, um Interesse aufzubauen.

3. Desire

Wenn du die Aufmerksamkeit erhalten und für Interesse gesorgt hast, baust du im nächsten Schritt Verlangen nach deinem Produkt auf.

Dafür musst du die Vorteile von deinem Angebot aufzeigen. Inwiefern verbessert sich das Leben deiner Kunden, wenn Sie dein Angebot wahrnehmen?

Hier ist ein Beispiel von Marike Frick:

Verlangen nach dem Produkt bauen.

Wenn du diese Textpassagen liest, läuft dir regelrecht das Wasser im Munde zusammen. Wer hätte nicht gerne mehr Menschen auf seiner Seite, die anschließend zu Kunden werden?

Schauen wir uns ein letztes Beispiel meiner Conversion Copywriting Academy an:

Verlangen nach dem Produkt bauen.

Aufzählungspunkte sind eine einfache Möglichkeit, die Vorteile deines Produktes auf den Punkt zu bringen, sodass Bedarf (Desire) bei deinen Kunden entsteht.

4. Action

Erst, nachdem du Aufmerksamkeit, Interesse und Bedarf geweckt hast, kannst du eine Handlungsaufforderung aussprechen. Nicht vorher.

In dem letzten Teil der AIDA-Formel darfst du nicht zimperlich sein. Sag deinen Lesern ganz genau, was sie tun sollen.

Handlungsaufforderung aussprechen mit einem klaren Call to Action.

Siehst du, wie ich „hier klicken“ auf den Button geschrieben habe?

Das ist eine ganz konkrete Handlungsaufforderung. Idealerweise ergänzt du die Aufforderung noch mit einem Vorteil für den Leser. Warum sollte er auf den Button klicken? Was hat er davon?

Mit der AIDA-Formel lernst auch du schnell Copywriting, denn die Formel lässt sich auf viele Arten von Texten übertragen. Ob Facebook Ads, E-Mails oder Landingpages.

Zur AIDA-Formel habe ich eine Podcast-Episode aufgenommen, die dir die Formel im Detail genau erklärt:

Die besten Copywriting-Bücher

Wem ein Copywriting Kurs zu teuer ist, der kann auch mit Büchern zum Thema Copywriting starten. Ich habe duzende Bücher zu diesem Thema gelesen und kann folgende empfehlen:

How to write Copy that sells von Ray Edwards. Das ist ein Klassiker und war auch das erste Copywriting-Buch, das ich gelesen habe.

In dem Buch beschreibt Ray, wie ein Sales Letter – also ein Verkaufsbrief – aufgebaut ist. Dabei geht er die einzelnen Bausteine Stück für Stück durch und gibt spannende Einblicke in die Welt des Direktmarketings.

Ich weiß noch, wie mich das Buch damals gleichzeitig begeistert und überfordert hat. Du wirst direkt mitten ins Geschehen geworfen – in die Erstellung eines Verkaufsbriefs. Das kann für einen Anfänger überfordernd wirken.

Aber es hat mir auch die Augen dafür geöffnet, wie mächtig Worte sein können. Dieses Buch hat in mir einen Funken ausgelöst – und es darf in keinem Bücherregal fehlen.

Everybody Writes von Ann Handley. Ein Buch über das Schreiben, wenn auch nicht direkt Copywriting. Mir gefällt der Titel, denn genau so ist es: Wir alle schreiben. Wir alle sind Autoren.

Jedes Mal, wenn du einen Post auf den sozialen Medien absetzt, einen Blogpost schreibst oder einem Kunden im Kundensupport antwortest, schreibst du. Bist du Autor.

Jedes Wort, das nach Außen zu deiner Zielgruppe gelangt, stärkt oder schwächt das Kaufinteresse deiner Kunden. In ihrem Buch liefert Ann Handley praktische Tipps, um prägnanter und verständlicher zu kommunizieren.

Hier geht es nicht um Sales Copy, sondern um allerlei Texte: Podcast-Skripte, Interviews oder auch Storytelling.

Ein Buch, das jeder gelesen haben muss, der mitreißender schreiben möchte.


Deutsch für junge Profis: Wie man gut und lebendig schreibt von Wolf Schneider, um mal ein deutschsprachiges Beispiel zu nennen.

Was mir besonders gefallen hat: Der Autor hat das Buch unterhaltsam geschrieben. Es macht Spaß zu lesen.

Der Inhalt kommt auch nicht zu kurz: Schneider zeigt in kurzen Kapiteln, wie du so schreibst, dass andere schnell verstehen, was du aussagen willst. Das hört sich vielleicht nicht aufregend an, ist aber eine hohe Kunst.

Wired for Story von Lisa Cron. Ich bin sicher, du weißt um die Bedeutung von Storytelling.

Wir Menschen lieben Geschichten. In ihrem Buch beschreibt Cron, wie das menschliche Hirn gestrickt ist – und wie man mit Geschichten die Aufmerksamkeit des Lesers hält. Solange, bis die Geschichte zu Ende ist.

In dem Buch erfährst du unter anderem, wie Regisseure Filme und Serien so gestalten, dass die Zuschauer fast schon dranbleiben müssen.

Obacht: Das Buch ist auf Englisch und nicht für jeden verständlich. Wenn du der englischen Sprache nicht mächtig bist, überspringe dieses Buch lieber.

Auch ist es sehr theoretisch. Ein schwerer Brocken, der sich aber lohnt.

Praktische Verkaufspsychologie von Karlheinz Pflug. Beenden wir die Liste mit einem weiteren, deutschen Beispiel.

In diesem Buch geht es nicht um das Schreiben, sondern Verkaufspsychologie. Da Copywriting quasi Verkaufspsychologie im geschriebenen Wort ist, kategorisiere ich es als „Copywriting-Buch“.

Pflug beleuchtet unter anderem:

  • Wie Menschen Entscheidungen treffen und wie du diese Entscheidungen beeinflussen kannst
  • Welche Bedürfnisse in Menschen schlummern (und du diese Bedürfnisse auf deine Produkte überträgst)
  • Wie du deine Preise so wählst, dass sie für optimale Verkaufszahlen sorgen.
    Das ist nur ein kleiner Ausschnitt. Summa summarum ein gutes Buch über Verkaufspsychologie, das jeder Copywriter gelesen haben sollte.

Copywriting Tipps: Diese 7 Punkte machen überzeugende Werbetexte aus

1. Kenne deine Zielgruppe in und auswendig.

Da wir mit unseren Werbetexten andere Menschen zu einer Handlung motivieren möchten, ist Recherche das A und O von erfolgreichem Copywriting.

Karikatur von Tim Gelhausen

Das sind Fragen, die du dir stellen solltest:

  • Was treibt deine Zielperson an?
  • Welche Schmerzpunkte sind bei deinem Kunden vorhanden?
  • Welche Bedürfnisse hat dein Kunde?
  • Welche Ziele verfolgt dein Kunde?
  • Welche Werte sind deinem Kunden wichtig?

Bevor du deine Texte verfasst, musst du einen sogenannten Kundenavatar erstellen. Also eine repräsentative, fiktive Figur, die deinen idealen Kunden widerspiegelt.

Ich schreibe beispielsweise für Online-Kurs-Ersteller und Coaches und habe dafür eine fiktive Person namens Christian erstellt. Christian ist Teil meiner perfekten Zielgruppe.

Wenn ich weiß, was Christian beschäftigt und warum er Interesse an meinen Produkten haben könnte, kann ich gezielte Werbetexte schreiben, die Verlangen auslösen.

2. Gewinne Aufmerksamkeit.

Wie in der AIDA-Formel kommt Aufmerksamkeit vor Interesse. Damit jemand deine Texte liest, müssen sie ihm erst auffallen.

Das erreichst du unter anderem durch knallige Farben, plötzliche Bewegung (beispielsweise in einem Video) oder indem du deine Zielgruppe ausrufst.

Stell dir vor, du schaltest eine Werbeanzeige auf Facebook. Deine Zielgruppe öffnet auf ihrem Smartphone Facebook, während sie in der Straßenbahn sitzen. Sie scrollen in einem rasanten Tempo durch ihren Newsfeed.

Wie schaffst du es, dass sie bei deiner Anzeige stoppen, um sie sich genauer anzuschauen?

Wenn du das nicht schaffst, kannst du einen noch so guten Werbetext haben — niemand wird ihn lesen.

3. Verzichte auf Jargon und Superlative.

Kennst du Ärzte, die dich mehr verwirren, als aufklären?

Das passiert, weil sie zu viele Fachtermini verwenden. Sie sprechen also ihren eigenen Jargon, den die Patienten nicht verstehen.

Ein verwirrter Kunde wird weder kaufen, noch deine Texte lesen. Drücke dich also klar und einfach aus, sodass dich jeder versteht. Fachchinesisch ist ein sicherer Weg, deine Kunden zu verwirren.

Dasselbe gilt für Superlative, wie “wir sind die besten“, “höchste Qualitätsansprüche“, oder “wir sind die raketenschnell“.

Solche Ausdrücke sind bedeutungsleer.

Jeder kann von sich behaupten, der Beste, Schnellste oder Schönste zu sein. Und ganz ehrlich: Das haben wir doch schon alle zig Mal gehört. Wer lässt sich von Superlativen noch beeindrucken?

4. Wirble Emotionen auf.

Ein Grundsatz im Copywriting lautet: “Menschen kaufen aus Emotionen.“ Wir halten uns zwar für logische Wesen, treffen unsere Kaufentscheidungen aber aus emotionalen Gründen.

Das neueste iPhone kaufen sich die Wenigsten, weil die Kamera so viel besser geworden ist. Die Meisten wollen das neueste iPhone, weil es ihren sozialen Status erhöht. Wer immer das aktuelle Handy von Apple hat, der muss ja erfolgreich sein!

Genau so kaufen wir Fortbildungen, weil wir uns dadurch eine bessere Zukunft versprechen: höheres Gehalt oder bessere Jobchancen.

Werbetexte müssen also Emotionen wecken. Sie müssen deiner Zielgruppe kommunizieren, dass dein Angebot das Leben der anderen verbessert.

Ich habe mir etwa ein Coaching bei einer Stimmtrainerin gebucht, weil ich früher genuschelt habe. Als ich meinen Copywriting Podcast gestartet habe, wollte ich das Nuscheln in den Griff bekommen.

Ich wollte klar und so sprechen, dass andere mir gerne zuhören. Ich wollte einen professionellen Eindruck bei meinen Zuhörern hinterlassen. All das sind emotionale Gründe, warum ich in ein Stimmtraining investiert habe.

5. Sei nicht verkäuferisch.

Was antwortest du, wenn in einem Modegeschäft ein Angestellter auf dich zukommt und fragt: “Kann ich ihnen helfen?“

Lass mich raten: “Nein, danke. Ich schaue nur.“

Lustig, oder? Man geht mit der Intention etwas zu kaufen hin, aber wenn uns dann Hilfe angeboten wird, lehnen wir ab.

Vermutlich, weil wir Sorge haben, dass uns der Mitarbeiter etwas verkaufen könnte.

Wir Menschen kaufen sehr gerne. Aber wir können es gar nicht leiden, wenn uns etwas verkauft wird.

Das heißt, dass du für gutes Copywriting nicht aufdringlich oder verkäuferisch wirken darfst. Wenn du deine Produkte in deinen Texten in den Himmel lobst und aufdringliche Formulierungen verwendest, schalten die Meisten intuitiv ab.

Gute Werbetexte kommunizieren der Zielgruppe leicht verständlich, wie sich das Leben der Kunden mit dem Produkt verbessert. So entsteht Kaufinteresse.

6. Sei spezifisch.

Vor Kurzem stolperte ich über folgende Überschrift:

“Durchbrich deine Grenzen für mehr Erfolg im Leben.“

Weißt du, was damit gemeint ist?

Ich auch nicht.

Formulierungen, wie „mehr Erfolg“ nicht sind konkret. Was heißt das, wenn ich mehr Erfolg habe? Wie verändert sich mein Leben dadurch? Was habe ich davon?

Wenn du unspezifisch bist, saugst du die Durchschlagskraft aus deinen Texten. Andersherum heißt das: Je spezifischer du in deinen Texten sein kannst, desto mehr Kaufinteresse entsteht.

Vergleiche mal folgende Sätze:

  1. Fühle dich wieder wohl in deiner Haut
  2. Du kannst überall wieder unbeschwert shoppen gehen. Ob hauteng oder locker, alles passt dir wie angegossen.

Siehst du, wie viel konkreter der zweite Satz ist? Du kannst dir richtig vorstellen, wie du verschiedene Klamotten vor dem Spiegel an dir anschaust.

Das ist viel überzeugender, als „fühle dich wieder wohl in deiner Haut“.

7. Sprich eine deutliche Handlungsaufforderung aus.

Copywriting soll Menschen zu einer Handlung motivieren: etwas kaufen, herunterladen oder sich zu etwas eintragen.

Daher muss auf jeden Fall eine konkrete Handlungsaufforderung in deine Texte. Was soll der Leser als nächstes tun?

Einen Podcast anhören?

Ein Produkt kaufen?

Den Newsletter abonnieren?

Was auch immer es ist: Fordere den Leser selbstbewusst zu dem nächsten Schritt auf. Verbinde das idealerweise mit einem Vorteil für ihn. Beantworte ihm also die Frage, warum er die Handlung ausführen sollte. Hier ist ein Beispiel:

eine deutliche Handlungsaufforderung aussprechen

Die Leserin wird aufgefordert, die „Technik Schnellstart Anleitung“ herunterzuladen. Gleichzeitig wird ein mächtiger Vorteil kommuniziert: Mache dich als Musikerin zu 100% unabhängig und nehme deine Musik selbst auf.

Copywriting Checkliste

Nachdem du deine Texte geschrieben hast, kannst du eine Checkliste zur Hand nehmen, um sicherzustellen, dass sie zu einer Handlung bei deinem Gegenüber führen.

Dabei empfehle ich die sogenannte „CUB-Checkliste“. CUB steht für

  • confusing (verwirrend)
  • unbelievable (unglaubwürdig)
  • boring (langweilig)

Gehen wir die einzelnen Punkte durch:

Confusing. Deine Texte müssen zweifelsfrei klarmachen, was dein Kunde erhält, wenn er bei dir investiert. In Amerika sagt man gerne „a confused mind does not buy“ (zu Deutsch: Ein verwirrter Kunde kauft nicht). Irgendwo auf deinen Verkaufsseiten muss also glasklar stehen, was alles im Angebot enthalten ist.

Handelt es sich um einen Online-Kurs, den du verkaufst? Falls ja, wie viele Module sind enthalten? Was thematisierst du in jedem einzelnen Modul? Welche Boni sind enthalten?

Falls du eine Betreuung anbietest: Was ist in der Betreuung enthalten? Wie sieht die Betreuung genau aus? Wie arbeitest du mit deinen Kunden zusammen?

Du darfst keine Ambiguität offen lassen – denn in Zweifelsfall sagt ein verwirrter Kunde „Nein“.

Unbelievable. Damit Kaufinteresse entsteht, musst du ein großes Versprechen an deine Kunden richten; das ist klar. Aber wenn du zu viel Hype und Übertreibung in deine Texte einbaust, klingen sie unglaubwürdig – und das ist ein Problem.

Du kennst sicherlich die „schnell-über-Nacht-reich-werden“-Coaches, die dir in kürzester Zeit das Blaue vom Himmel versprechen. Das ist unglaubwürdig. Das funktioniert nicht. Das sorgt dafür, dass die Leser auf das große, rote X drücken.

Menschen fragen sich immer, wo der Haken an der Sache ist, wenn du ein zu großes Versprechen an deine Kunden richtest. Skepsis ist eine große Conversionbremse.

Boring. Kennst du diese Videos, in denen sich die Personen zu Beginn langwierig mit Namen und Hintergrundgeschichte vorstellen? Das ist furchtbar langweilig — und sorgt dafür, dass die Zuschauer schnell abspringen.

Dasselbe gilt für deine Texte. Die Aufmerksamkeitsspannen der Leser werden immer kürzer. Das hast du sicher auch schon festgestellt. Das heißt für deine Texte, dass sie nicht langweilig sein dürfen.
Du musst dich deinen Lesern nicht zu Beginn vorstellen. Du musst sie auch nicht begrüßen. Du musst auch nicht das Wetter ansprechen.

Schmeiß deine Leser mitten ins Geschehen. Kommuniziere schnell, warum sie dir weiterhin zuhören sollten und was sie davon haben, wenn sie jetzt weiterlesen.

Das bedeutet: Überprüfe deine Texte auf folgende Fragen:

  • Ist alles verständlich, was ich geschrieben habe? Könnte es irgendwo zu Verständnisschwierigkeiten kommen?
  • Ist alles, was ich schreibe, glaubwürdig? Habe ich alle Behauptungen mit Fakten, Studien oder sonstigen Beweisen untermauert?
  • Klingt das, was ich geschrieben habe, nicht zu langweilig? Habe ich meine Texte durch Beispiele, Analogien und Bilder aufgelockert?

Passend dazu habe ich dir die Podcast-Episode zur CUB-Checkliste verlinkt – Episode 18:

Fazit: Solltest du Copywriter werden oder es lernen?

Copywriter sind unverzichtbare Bestandteile jeder Marketing-Kampagne. Sie schreiben die Werbetexte, die die Zielgruppe dazu animiert, zu handeln.

Der Vorteil ist, dass du als Copywriter viele unterschiedliche Branchen kennenlernst und immer mit neuen Themen hantierst.

Mal schreibst du eine E-Mail, mal eine Landingpage und vielleicht sogar einen klassischen Verkaufsbrief. Das Gehalt lässt als angestellter Copywriter allerdings zu wünschen übrig.

Falls du allerdings selbstständig bist, vielleicht sogar dein eigenes Online-Business hast, dann musst du dich auf jeden Fall im Copywriting fortbilden, um deine Conversions zu erhöhen.

Im Conversion Copywriting Podcast teile ich etliche Copywriting- und Marketing-Tipps, damit du Werbetexte schreibst, die deine Zielgruppe überzeugen.

Häufige Fragen zum Thema Copywriting

Wo finde ich einen Copywriter?

Einige Internetseiten bieten Texterstellung als Dienstleistung an. Dort wird der Begriff Texter und Copywriter gerne in einen Topf geworfen, sodass man oftmals unerfahrene Schreiber erhält, die dann Werbetexte schreiben, die Kunden überzeugen sollen.

Daher rate ich von solchen Webseiten ab.

Selbstständige Copywriter findet man unter anderen in Facebook-Gruppen oder auf Jobportalen wie upwork.com

Was kosten Copywriter?

Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Das ist ein bisschen so wie die Frage: “Was kostet ein Auto?“

Die erfolgreichsten Copywriter der Welt verlangen für Verkaufsbriefe satte, 5-stellige Beträge. Selbstständige Copywriter verlangen zu Beginn in der Regel zwischen 50 – 100€ pro Stunde. Je nachdem, was deine Anforderungen sind.

Bei Textern, wie beispielsweise SEO-Schreibern, berechnen sich die Preise häufig an der Wortanzahl der Artikel. Dieses Vergütungsmodell ist für Copywriter absolut ungeeignet. Werbetexte müssen keine bestimmte Wortanzahl erreichen, sondern den Kunden überzeugen.

Das geht manchmal mit sehr wenig Worten, manchmal mit vielen.

Copywriting und SEO: Geht beides?

Das Wort Copywriting oder Werbetexten wird oft fehl verstanden: Es bezeichnet nicht einfach das Schreiben von Texten, sondern eine bestimmte Art des Schreibens. Beim Copywriting hast du ein klares Ziel: Den Leser zu einer Handlung motivieren – etwa ein Produkt kaufen, etwas herunterladen oder Ähnliches.

SEO hat jedoch ein ganz anderes Ziel: Hier geht es darum, Texte so zu schreiben, dass sie von den Suchmaschinen gefunden werden. SEO und Copywriting werden häufig in einen Topf geworfen – dabei hat das eine mit dem anderen nichts zu tun.

Ein SEO-Schreiber hat das Ziel, über Google mit seinen Texten gefunden zu werden, also Traffic zu erzeugen. Demnach befasst er sich mit Themen, wie:

  • Suchmaschinen-Algorithmus
  • Nutzerintention
  • Webseiten-Rankings
  • Keywords & Suchbegriffe.

Ein Copywriter möchte mit seinen Texten eine hohe Conversion erzielen – also dafür sorgen, dass möglichst viele Webseiten-Besucher eine bestimmte Handlung ausführen. Daher befasst er sich mit Themen, wie:

  • Conversionrate optimieren
  • Verkaufspsychologie
  • Nutzenkommunikation.

Beide Arten des Schreibens sind wichtig, verfolgen aber unterschiedliche Ziele. Ein Copywriter kann also nicht einfach die Arbeit eines SEO-Texters übernehmen – Unmöglich ist es nicht, aber das Eine leidet unter dem Anderen.

Copywriting hat viel mit Direktmarketing und Verkaufspsychologie zu tun. Verkaufsoptimierte Texte haben die Zielgruppe und ihre Bedürfnisse voll im Fokus. Der Copywriter möchte durch seine Worte Verlangen im Gegenüber wecken – der SEO-Schreiber will von der Suchmaschine gefunden werden.

Daher empfehle ich, SEO-Texte und Werbetexte klar voneinander zu trennen.

Sind Copywriter auch Content-Writer?

Ja und nein.

Nimmt man den Begriff Copywriting ernst, dann nicht. Wenn Unternehmen jedoch nach neuen Mitarbeitern suchen, die für sie Texte verfassen sollen, bezeichnen die Unternehmen diese gerne als „Copywriter“ auf ihrer Karriere-Seite.

Warum?

In der Öffentlichkeit ist der Begriff des Copywriters noch nicht voll und ganz etabliert. Er wird oft allgemeine als Schreiber abgetan.

Wenn du als Copywriter in Unternehmen oder Agenturen angestellt wirst, musst du also davon ausgehen, dass du auch hin und wieder als Content-Writer arbeiten musst.

Content-Marketing verfolgt jedoch andere Ziele, als Copywriting. Hier willst du mit regelmäßigem Content Traffic generieren und Vertrauen bei deiner Zielgruppe aufbauen. Brand-Awareness ist hier das Stichwort.

Der Copywriter schreibt für die Conversion.

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Tim Gelhausen

Über den Autor

Hi, ich bin Tim – Host des Conversion Copywriting Podcast und Gewinner des 2-Comma-Club-Awards.

Als Copywriter helfe ich dir durch fesselnde Werbetexte und authentisches Marketing, Kunden für deine Online-Kurse und Coachings zu gewinnen.

Ich bin der Typ, zu dem andere kommen, wenn sich ihre Produkte nicht gut genug verkaufen.

Meine Achillesferse? Ben & Jerry's. Davon komme ich einfach nicht weg.

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