117 ultimative Schreibtipps für Autoren, Blogger und Copywriter

Von: Tim Gelhausen | Zuletzt aktualisiert: 15.11.21

Du bist (angehender) Blogger, Autor oder Copywriter? Du möchtest deine eigene E-Mail-Liste aufbauen, ein Buch schreiben und regelmäßig Newsletter oder Social-Media-Beiträge zum Besten geben?

Perfekt. In diesem Artikel habe ich 117 (ja, wirklich) Schreibtipps gesammelt. Nach diesem Artikel:

  • hast du eine produktive Schreibroutine aufgebaut
  • weißt du, wie du Newsletter, Blogs oder Beiträge für Social-Media so schreibst, dass deine Zielgruppe mehr von dir lesen möchte
  • findest du Freude am Schreiben, statt dabei zu prokrastinieren.

Und vieles mehr. Ernsthaft. Es sind immerhin über 100 Schreibtipps. Holladiewaldfee!

Ich habe die Tipps in 5 Kategorien unterteilt. Los gehts.

Tipps, um eine Schreibroutine aufzubauen

1. Schreiber schreiben. Eines ist ja klar: Wenn du besser schreiben willst, kommst du nicht drum herum, viel und regelmäßig zu schreiben. Das sagte schon Stephen King. Also überlege dir gut, über was du beständig(!) schreiben möchtest.

2. Setze dir ein Wortziel jeden Tag. Wenn du ehrgeizig bist, schreibe 1.000 Wörter am Tag. Wenn du leicht anfangen willst, dann 500 Wörter. Das kann jede Schreibsoftware aufzeichnen.

Wohlgemerkt zählen Nachrichten wie auf WhatsApp nicht dazu. Das Wortziel bezieht sich auf dein Buchprojekt, deinen Newsletter oder Blog.

3. Erstelle eine Büroklammerkette. Früher war ich Coach für stark übergewichtige Menschen. Eine Klientin hatte eine wunderbare Idee: Für jedes verlorene Kilo hing sie eine Büroklammer an die nächste.

Büroklammer nach jedem geschriebenen Text

So hat Sie ihren Fortschritt greifbar gemacht. Das hat motiviert, am Ball zu bleiben. Und genau darum geht es beim Schreiben auch.

Wie wäre es mit einer neuen Büroklammer je 1.000 Worte?

4. Habe einen aufgeräumten Schreibtisch. Dein Arbeitsplatz ist ein Spiegel deiner Selbst. Wenn sich die Briefe, die du irgendwann die Woche mal bearbeiten wolltest, in die Höhe stapeln – Die Kaffeetassen immer mehr werden und Stifte überall herumliegen, kannst du unmöglich konzentriert schreiben.

Deshalb räume ich meinen Schreibtisch abends auf, damit ich morgens in einer geordneten Umgebung schreiben kann.

Meistens jedenfalls.

5. Schreibe direkt morgens. Selbst, wenn du eher der Nachtmensch bist: Direkt nach dem Aufstehen haben wir die meiste Energie. Die Batterien sind frisch aufgeladen. Das ist für mich die produktivste Zeit des Tages. Also schreibe ich jeden Morgen.

Abends habe ich zu viele Gedanken. Da fehlt mir der Fokus.

6. Starte mit einer Schreibstunde. Dieser Schreibtipp geht Hand in Hand mit dem Vorherigen. Ich nehme mir vor, jeden Morgen für mindestens eine Stunde zu schreiben. In dieser Zeit schreibe ich Artikel wie diese, meinen Newsletter oder Werbetexte für mein Business. So wird das Schreiben für dich zur Routine.

7. Lausche einer guten Playlist. Ich höre beim Schreiben meist „Lo-Fi-Beats“. Die helfen mir dabei, mich zu konzentrieren. Vielleicht ist klassische Musik mehr dein Fall. Oder hey, vielleicht auch ACDC.

Was auch immer: Höre eine gute Playlist beim Schreiben.

8. Knipse alle Ablenkungen aus. Wenn du schreibst, schreibst du. Punkt. Da bimmelt kein Handy, da ploppt keine Benachrichtigung auf deinem Mac auf. Noch ein Grund, warum ich gerne morgens schreibe: Da stört niemand.

9. Meditiere regelmäßig. Zum Schreiben brauchst du innere Ruhe. Wenn du emotional aufgewühlt bist oder ständig deine Gedanken rasen, bringst du nur Mist aufs Papier – wenn überhaupt etwas.

Regelmäßig zu meditieren hilft, den Kopf auszuschalten. So schreibst du mehr und länger.

10. Erschaffe einen Ort nur für das Schreiben. Wenn ich spazieren gehe, komme ich oft an einem kleinen Bücherladen vorbei. Hölzerne, hohe Regale vollgepackt mit Büchern über Büchern.

Mittendrin ist ein kleiner Holztisch mit einer einzelnen Lampe, der die Tischplatte erhellt, auf der eine Schreibmaschine steht.

„Hier will ich schreiben“, denke ich mir jedes Mal, wenn ich daran vorbeigehe. Vielleicht nicht an der Schreibmaschine, aber an diesem Ort. Umringt von Abermillionen Worten in den Büchern. Totale Ruhe.

Hier geht es nur um das Eine: Schreiben.

11. Investiere in hochwertige Utensilien. Ich wurde schon mehrfach für verrückt erklärt, weil ich über 200€ für einen Stift und 400€ für ein Notizbuch investiert habe. (Unter uns: Ich habe mich anfangs auch ein wenig lächerlich gefühlt.)

Aber das war genau richtig so. Das Schreiben ist mir wichtig. Es fühlt sich wertiger an, wenn ich mit einem schönen, teuren Stift schreibe – in ein Notizbuch, das sich samtig weich und doch stabil anfühlt.

Das macht etwas mit dir, wenn du zum Schreiben nicht einen der 411 Werbekullis nutzt, die bei dir Zuhause rumfliegen.

12. Schreibe überall. Ich habe zwar einen festen Ort zum Schreiben in meinem HomeOffice, aber ich gehe auch gerne in ein gutes Café, um dort zu schreiben. Manchmal tut ein Tapetenwechsel gut. Besonders, wenn du oft im HomeOffice bist.

13. Nimm am NaNoWriMo teil. Das steht für National Novel Writing Month. Jeden November nehmen etliche Autoren an diesem Projekt teil. Das Ziel: Einen Roman mit mindestens 50.000 Wörtern in 30 Tagen schreiben.

Die Bewegung ist so populär geworden, dass Schreiber aller Art daran teilnehmen. Nicht nur Romanautoren.

Wenn sich hunderttausende Menschen zusammentun, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen, motiviert das enorm.

14. Schreibe unverblümt. Verstecke dich nicht. Schreibe so, wie dir die Schnauze gewachsen ist. Menschen sehnen sich nach Authentizität. Leser können es kilometerweit gegen den Wind riechen, wenn du dich verstellst. Sei du selbst.

15. Umgib dich mit anderen Schreibern. In manchen Städten gibt es Schreibclubs, die sich regelmäßig zum Schreiben treffen. Falls das keine Option für dich ist, suche auf YouTube „write with me“ und umgib dich virtuell mit anderen Schreibern.

16. Erst Masse schaffen, dann überarbeiten. Früher habe ich 2-3 Sätze geschrieben, innegehalten, alles gelöscht und von vorne angefangen. Zu schreiben und gleichzeitig die geistigen Ergüsse zu verbessern führt zu geistiger Verstopfung.

So schreibst du 2 Stunden an 3 Sätzen. Schreib daher runter, was dir im Kopf ist. Korrigiere erst danach.

17. Akzeptiere, dass dein Papierkorb überquellen wird. Wenig von dem, was du zu Papier bringst, wird tatsächlich veröffentlicht. Dein Papierkorb jedoch wird sich freuen. Denn bevor du zu dem kommst, was sich zu veröffentlichen lohnt, musst du durch duzende Ideen, die du im Nachgang scheußlich findest.

voller Papierkorb: Schreibtipps

18. Recherche beugt Schreibblockaden vor. Ich will mich nicht auf den Kuss meiner Muse verlassen müssen, um zu schreiben. Stattdessen lese und recherchiere ich viel. So hast du immer genügend Stoff in dir, um zu schreiben.

19. Begib dich in eine inspirierende Umgebung. Falls du für eine kurze Zeit viel schreiben willst, etwa um ein Buch zu beenden, dann miete dir eine ablenkungsfreie, wunderschöne Umgebung.

Wie wäre es mit einer Woche in einer schönen Almhütte? Oder vor den Wellen eines spanischen Strandes? J.K. Rowling hat bekannterweise ihre Bücher auch fernab von ihrem Zuhause geschrieben. Manchmal muss man einfach ausbrechen.

21. Lerne mit 10 Fingern zu tippen. Klar: Je schneller du schreibst, desto mehr schreibst du auch. Übung macht den Meister.

22. Nutze inspirierende Sprunghilfen. Für den Fall, dass du mal wieder minutenlang entgeistert auf ein weißes Blatt Papier starrst: Es gibt Kartensets mit kreativen Sprunghilfen, auf denen etwa Fragen stehen, die zum Nachdenken anregen sollen.

Eine solche Frage lässt deine Kreativität auf einmal fließen. Ein Retter in der Not.

23. Mache das Schreiben zur Priorität. So ein bisschen schreiben nebenbei geht nicht. Nein. Du musst das Schreiben schon zu einer Priorität machen, die fest in deinem Kalender steht.

Deshalb bin ich ein so großer Fan von der Schreibstunde am Morgen. Zuerst wird geschrieben – dann kommt der Rest des Tages.

Tipps, um bessere Texte zu schreiben

24. Wirble Emotionen auf. Niemand will Fakten, Statistiken und Zahlen lesen. Das ist langweiliger als ein Parteitag der CDU. Mache deine Leser wütend. Neugierig. Vielleicht sogar traurig oder besorgt. Emotionen sind der Zündstoff menschlichen Handelns.

25. Hol dir Feedback ein. Und das nicht von Freunden oder Familie. Die finden alles super, was du schreibst. Für starke Texte brauchst du ehrliches, unverblümtes Feedback. Und sei dir bewusst: Das kann schon mal wehtun. Aber nur so wächst du als Autor.

26. Schreibe verständlich, nicht kreativ. Dein Leser springt ab, wenn er deinen Text nicht versteht. Der Versuch, kreative Slogans oder Spachbilder zu malen, ist in 9/10 Fällen ein Schuss in den Ofen. Kommuniziere klar, bevor du kreativ wirst.

27. Dein erster Satz muss knallen. „Eigentlich hatte ich ein Bewerbungsgespräch bei der Bank. Aber plötzlich stand ich allein im Bikini und wartete.“ Wie könnte man bei so einem ersten Satz nicht weiterlesen? Die Neugierde quillt aus allen Poren. In den ersten 10 Lesesekunden muss ein Haken ausgeworfen werden, der zum Weiterlesen animiert.

28. Zitiere, was das Zeug hält. Zitate regen zum Nachdenken an. Zitate liefern Grundlage für Diskussionen. Zitate sind das Feuerwerk einer Debattenkultur. Also nutze Zitate in deinen Texten.

29. Lerne Storytelling. Wir Menschen lieben Geschichten. Dabei können wir uns zurücklehnen und einfach zuhören. Als Texter musst du die Grundzüge von Storytelling verstehen, um deine Leser zu fesseln. Ich empfehle dir dazu das Buch Save The Cat.

Storytelling als Schreibtipp

30. Bring Persönlichkeit in deine Texte. Nichts ist langweiliger als ein gesichtsloser Autor, der jeden zufriedenstellen möchte. Politische Korrektheit entzieht deinen Texten das Leben. Lasse deine Persönlichkeit in deinen Texten durchscheinen.

31. Schreib, wie du sprichst. Niemand liest gerne technisch-komplexe, verschachtelte und unnatürliche Texte – es sei denn, er muss. Stell dir beim Schreiben vor, du sitzt mit einem guten Freund in Starbucks und plauderst mit ihm. Das sind deine Texte.

32. Vergiss (nicht), was du im Deutschunterricht gelernt hast. Die Grammatik in deinen Texten muss stimmen, ja. Aber fesselnde Texte für deine Leser zu schreiben hat nichts damit zu tun, wie man ein Gedicht analysiert. Kenne die Regeln, aber brich sie ab und an.

33. Verwende sensorische Wörter. „Er zielte mit der geriffelten Seite des Hammers auf den Schädel – und zertrümmerte ihn in tausende Einzelteile.“ Man kann kann sich gar nicht gegen das Bild wehren, das beim Lesen eines solchen Satzes im Kopf formt, oder? Das ist die Macht von sensorischen Wörtern. Sie regen die Vorstellungskraft deiner Leser an.

34. Synonyme werden dein bester Freund. Wenn du mit jemandem sprichst, kannst du dasselbe Wort oft wiederholen. Das ist kein Problem. Als Autor ist das jedoch eine Sünde. Ich habe immer ein Wörterbuch für Synonyme zur Hand, wenn ich schreibe.

35. Schreibe in Bildern. „Als ich meine Doktorarbeit schrieb, wurden der Postbote und die Lieferando-Mitarbeiter meine besten Freunde.“ Bilder brennen sich in unseren Köpfen ein. Sie machen deine Texte unvergesslich. Beschreibe weniger und zeige mehr.

36. Streiche Worte, die aufblähen. Eigentlich, also, vermutlich – all das sind Worte, die Sätze unnötig aufblähen lassen wie Hefeklöße im Dampfbad. Streiche sie. Sei unbarmherzig. Oft kannst du die Länge deiner Sätze um 50% reduzieren, ohne den Sinn zu verwässern.

37. Jedes „und“, Komma und Adjektiv kostet 10€. Apropos aufgeblähte Sätze: Hinterfrage jedes „und“ das du schreibst, jedes Komma das du setzt und jedes Adjektiv das du verwendest. Warum? Sie verschachteln Sätze unnötig. Lange Sätze machen keinen Spaß zu lesen. Setze lieber mehr Punkte.

38. Lasse Menschen reden. Deine Texte fühlen sich lebendiger an, wenn du Personen sprechen lässt. Nutze Anführungsstriche, um deine Leser an den Gedanken der Personen teilhaben zu lassen.

Schreibtipp: Lasse Menschen reden

39. Redigieren ist ein Muss. Ob es dir gefällt oder nicht: Das Verbessern ist Teil vom Schreiben. Auch ich möchte am liebsten einfach auf „veröffentlichen“ drücken, sobald ich das letzte Wort geschrieben habe. Aber du musst deine Texte immer redigieren. Immer. Schlechte Texte hinterlassen einen faden Beigeschmack im Munde der Leser.

40. Schreibe für deine Leser. Schreiben ist keine Selbstbeweihräucherung. Deine Texte müssen deine Leser faszinieren – nicht deinem Ego schmeicheln. Bevor du schreibst, frag dich: Was will meine Zielgruppe lesen?

41. Schmeiß deine Leser mitten ins Geschehen. „Donnerstagmorgen. Ich bin auf dem Weg zum Starbucks und spreche mit der Polizei, während ich 615€ in Bar in Händen halte, die mir nicht gehören.“ Das war der Anfang einer meiner beliebtesten Newsletter.

Kein Aufwärmen. Kein „ich hoffe, dir geht es gut“. Schmeiß deine Leser mitten ins Geschehen – so weckst du ihre Neugierde.

42. Recherche ist die halbe Miete. Einer der wichtigsten Schreibtipps dieser Liste. Fesselnde Texte entstehen keinem kreativen Genius. Gute Texte basieren auf Formeln, Strukturen und gehen auf tiefgreifende Recherche zurück.

Wenn du zu oft nicht weißt, worüber du schreiben sollst, mangelt es dir nicht an Kreativität – sondern an Recherche.

Was bewegt deine Leser wirklich? Wie ticken sie? Wie kann ich Emotionen in ihnen wecken? Wenn du keine Antwort auf diese Fragen hast, dann schreibe nicht. Recherchiere.

43. Ein Satz nach dem Nächsten. Joe Sugarman sagte: „The Job of your first sentence is to make people read the next“. Jeder deiner Sätze hat also die Aufgabe, den Leser tiefer und tiefer in deine Texte zu saugen. Stück für Stück. Das gilt gerade für Blogbeiträge.

Deshalb empfehle ich dir, Textanfänge zu nutzen, die Neugierde wecken, sodass weitergelesen wird.

44. Verwende Übergangsphrasen. Was ist der einfachste Weg, deine Leser von Satz zu Satz zu führen?

Ganz einfach.

Mit solchen Phrasen, wie ich sie gerade verwendet habe. Das „ganz einfach“ in der Zeile oben lädt dazu ein, die nächste Zeile zu lesen. Streue daher solche Phrasen in deine Texte ein.

Hier sind Beispiele für Übergangsphrasen:

  • Dazu komme ich gleich
  • Aber warte
  • Ist doch logisch
  • Warum?
  • Das sehe ich anders
  • Denk drüber nach
  • Das hast du richtig gelesen.

45. Stelle rhetorische Fragen. Rhetorische Fragen sind super, oder? Dem menschlichen Hirn fällt es schwer, Fragen zu ignorieren. Schmeiß daher ab und an eine rhetorische Frage in den Raum, um den Leser zu reaktivieren.

46. Viele kurze Sätze. Politiker, Wissenschaftler und sonstige Quacksalber drücken sich gern möglichst kompliziert aus. Das tut ihrem Ego gut, fällt aber zu Lasten der Hörer und Leser.

Kurz ist gut. Kurze Sätze haben Schlagkraft. Und sie erreichen vor allem eines: Du wirst verständlich. Wenn du mehr als 2 Kommata in deinem Satz findest, ist es Zeit, den „Löschen-Button“ zu konsultieren.

47. Wechsle Rhythmus und Textlänge. Auf kurze Sätze zu bauen ist ein super Schreibtipp. Das heißt aber nicht, dass du nur noch Ein-Satz-Paragrafen abliefern sollst.

Kennst du diese Blogposts, deren Absätze aus einem, höchstens 2 Sätzen besteht? Furchtbar. Da tut das Hinschauen mit bloßem Auge weh. Das ist zermürbend.

Lasse auf einige kurze Paragrafen wieder einen längeren folgen. Auf einen längeren wieder ein paar kurze. So ist dein Text angenehmer zu lesen.

47. Schreibe im Aktiv. Texte wirken lebendiger, wenn sie im Aktiv stehen. Das macht mehr Spaß zu lesen. Vergleiche mal diese beiden Sätze:

  • Ein paar Spiegeleier wurden heute morgen gebraten (Passiv)
  • Heute morgen habe ich mir ein paar Spiegeleier gebraten – und dabei mit Musik im Ohr zu den neuesten Hits getanzt (Aktiv)

Wohl wahr: Ich habe den Aktiv-Satz ausgeschmückt. Aber nur, weil er es im Gegensatz zum Passiv auch erlaubt. Hier hast du ein klares Bild im Kopf, oder? Wie jemand, vielleicht du selbst, morgens tanzend ein paar Spiegeleier brät.

48. Denke vom Ende her. Bevor ich einen Text anfange, frage ich mich, was ich den Lesern mitgeben möchte.

Was ist das Ziel deiner Texte?

Was ist die Kernessenz?

Worum geht es dir?

Ein Text ohne Ziel heißt Geschwafel.

49. Erschaffe Charaktere mit Charakter. Weißt du, was einen guten Film so richtig anziehend macht? Es ist nicht die Handlung. Sondern die Charaktere.

Wir Menschen lieben starke, klare Charaktere mit erkennbaren Eigenschaften. Hast du den Film „Joker“ gesehen? Das ist ein Charakter, mit dem Menschen mitfühlen können.

Nichts entzieht deinen Texten so sehr das Leben, wie langweilige Allerwelts-Charaktere. Gib ihnen Persönlichkeit, Ecken und Kanten – und zeige all diese Kanten in deinen Texten.

Schreibtipp: Erschaffe Charaktere mit Charakter

50. Keine Verpisserwörter. Das ist ein Begriff, den ich von Tobias Beck geklaut habe. Das sind Worte, die deine Texte erschlaffen lassen. Modalverben, wie können, sollte, müssen oder wollen.

Aber auch Begriffe, wie vielleicht, womöglich, kann sein, gegebenenfalls, wenn du möchtest oder normalerweise. Tobias Beck nennt sie „Verpisserwörter“, weil sie dir ein Hintertürchen offenhalten. Mit solchen Worten kannst du im Notfall immer noch sagen, dass deine Aussage ja nur normalerweise zutrifft. Deshalb sind Verpisserwörter bei Politikern so beliebt.

Streiche diese Worte. Erbarmungslos. Sie lassen dich und deine Texte schwach erscheinen.

51. Studiere Rhetorik. Deine Texte sind nutzlos, wenn sie niemanden überzeugen, unterhalten oder zum Nachdenken anregen. Bei all diesen Zielen hilft dir die Rhetorik.

Ohne rhetorische Stilmittel verblassen deine Texte. Ihnen fehlt die Überzeugungskraft, die es braucht, um andere mitzureißen. Belege daher zumindest einen Grundkurs in Rhetorik. Deine Leser werden es dir danken.

52. Erschaffe Konflikte. Batman ist ohne den Joker nichts. Nur ein reicher, verrückter Spinner im Fledermauskostüm. Superman ist nur durch die lauernde Gefahr des Kryptonits zu stoppen. Konflikte, Gegner, Bösewichte – all das macht eine Geschichte erst spannend.

Helden und Konflikte sind wie das Yin und Yang. Du brauchst beides.

53. Reichere Texte mit persönlichen Erfahrungen an. Menschen lesen gerne von anderen Menschen. Du kannst deinen Text schnell aufpäppeln, indem du eine persönliche Geschichte hinzufügst.

Warum?

Das bietet Raum für Identifikation. Je mehr sich deine Leser mit deinen Texten identifizieren können, desto gespannter lesen sie.

54. Keine abgedroschenen Kamellen. Keine Floskeln wie „Sie war schön wie ein Sommertag.“

Ugh.

Das haben wir doch alle schon hundertfach gehört, nicht wahr?

55. Schieße auf die Crew. Im vierten Fluch der Karibik sehen wir den Bösewicht Blackbeard, wie er seine Kanone auf einen seiner Crewmitglieder zielt und entsichert.

Seine Tochter schreitet ein: „Vater, nicht!“

Er antwortet: „Liebes – wenn ich nicht hin und wieder einen von ihnen umbringe, verlieren sie den Respekt vor mir.“

Worauf ich mit diesem Schreibtipp hinauswill? Zeige Gefahren. Es muss eine lauernde Gefahr in deinen Texten geben. Es muss etwas auf dem Spiel stehen.

Je höher die Gefahr, desto mehr sind deine Leser emotional involviert.

56. Sag es in weniger Worten. Viele Worte in deinen Sätzen kannst du einfach streichen, ohne die Aussage zu ändern. Wie das Wort „einfach“ im vorherigen Satz. Es ist ein reines Füllwort. Wie das Wort „reines“ im Satz vorher (okay, damit höre ich jetzt auf.)

Je weniger Worte, desto verständlicher der Satz. Streiche unnachgiebig. Keine Gnade.

57. Wenn möglich, nutze Humor. Humor ist ein Türöffner. Mit Humor fährst du die Schutzschilde der Leser runter, nimmst ihnen die Skepsis. Mit Humor wirkst du sympathisch.

Nicht umsonst sagte mein Physiklehrer in der 8. Klasse einmal: „Lieber einen Freund vergraulen, als einen guten Witz zu verschenken.“

58. Sei vorsichtig mit Ironie. Ironie funktioniert fast nie. Weder in der Politik noch in Texten. Ironie lebt von der Betonung und Gestik, die sie begleitet. Beides fehlt dir in Texten.

Mein Ratschlag: Nutze Ironie nur, wenn sie übertrieben und absolut erkennbar ist – ohne jegliche Zweifel. Halte ansonsten Abstand.

59. Schreibe, sodass ein Viertklässler es verstehen würde. Sofern du keine wissenschaftliche Studie publizierst, schreibe simpel und klar. Mit langen, komplexen Worten beeindruckst du niemanden. Mit verständlicher Sprache aber schon.

60. Lies deine Texte laut vor. Das geht Hand in Hand mit dem letzten Punkt. Wenn du dir deine Texte laut vorliest, fällt dir auf, dass die Sätze hier und da haken – dass man über diese stolpert, es sich nicht flüssig anfühlt.

Wichtige Skripte lese ich mir immer laut vor. So wirst du auf Verständnisfehler aufmerksam.

Schreibtipps für das eigene Online-Business

61. Baue deine eigene E-Mail-Liste auf. Wenn du schreibst, bekommst du früher oder später Aufmerksamkeit. Übersetze diese Aufmerksamkeit in deine eigene E-Mail-Liste, ehe deine Leser für immer von dannen ziehen.

Ernsthaft. Falls du einen Blog startest, fang mit Tag 1 an, eine E-Mail-Liste aufzubauen. Diese ist dein Sprachrohr. Ein Schreiber ist Nichts ohne seine Leser. Abgesehen davon kannst du so deine Produkte verkaufen.

62. Schreibe einen wöchentlichen Newsletter. Immer. Baue eine Liste auf und schreibe ihr dann regelmäßig. Das zwingt dich zum Schreiben – und wie wir wissen: Übung macht meisterhaft. Mit jedem versendeten Newsletter schärfst du deine Feder.

Falls dir die Ideen ausgehen, worüber du schreiben sollst, schaue dir diesen Video-Podcast an:

63. Erzähle deine Geschichte. Menschen interessieren sich für Menschen. Das ist der Grund, warum Instagram Stories so beliebt sind. Und ja: Deine Leser interessieren sich auch für dich.

Du hast eine Geschichte, die dich zum Schreiben geführt hat. Welche ist es? Erzähle sie deinem Publikum immer und immer wieder. Beispielsweise in deinem Newsletter. So entsteht eine Verbindung zwischen Autor und Leser.

64. Studiere Copywriting. Texte schreiben, die sich zu lesen lohnen, ist schön und gut. Aber so schreiben zu können, dass andere kaufen wollen, ist etwas ganz anderes.

Falls du nicht gerade Stephen King bist und vom Schreiben leben möchtest, musst du lernen, wie du Kaufinteresse im geschriebenen Wort erzeugst. Copywriting zu lernen wird dir helfen, mehr deiner Online-Kurse und eBooks zu verkaufen.

Ein guter Start ist mein Conversion Copywriting Podcast.

65. Veröffentliche dein Schreiben. Starte einen Blog. Schreibe auf Medium, Substack – irgendwo. Texte leben vom Feedback deiner Leser. Wenn sie auf deinem Schreibtisch oder deiner Festplatte versauern, können sie niemanden bewegen.

Also trau’ dich: Geh raus mit deinen Texten. Publiziere. Wer weiß – vielleicht häuft sich so über die Zeit eine Schar begeisterter Leser zusammen.

66. Schreibe starke Headlines. Deine Texte – vor allem Blogs –, brauchen Überschriften, die zum Weiterlesen animieren. Denn Regel Nummer #1 beim Copywriting lautet: Ohne Aufmerksamkeit passiert nichts.

Es gibt einfache Headline Formeln, die du nutzen kannst, um deine Texte aufzupeppen.

67. Stelle Schlussfolgerungen an den Anfang. Kein Herumeiern. Sag deinen Lesern direkt, was du aussagen willst. Beschreibt ein Unternehmer seinen Angestellten erst langwierig, wie prekär die aktuelle Arbeitslage ist und er sich daher gezwungen sieht, personell abzubauen, verschwendet er die Zeit von allen.

Mit jedem Text möchtest du etwas aussagen. Sei es ein Blogartikel, ein Werbetext oder eine E-Mail – überspring die Höflichkeiten und das Herantasten. Sag deinen Lesern, was du aussagen willst. Direkt.

68. Nutze Bullet-Points. Bullet-Points sind Aufzählungspunkte. Sie

  • bieten dem Auge des Lesers Abwechslung
  • ziehen Aufmerksamkeit auf sich
  • machen Texte leichter verdaulich
  • brechen große Textwände auf, sodass der Text einladender wirkt.

Spare mit Aufzählungspunkten nicht. Vor allem, wenn du … naja, etwas aufzählen willst.

69. Alles ist eine E-Mail. Alles, was dir im Leben passiert, ist eine E-Mail wert. Hinter jedem Bild, das du mit deinem iPhone schießt, hinter jedem Ausflug, den du machst, hinter jeder noch so banalen Situation steckt eine Geschichte, über die es sich zu schreiben lohnt.

Deshalb habe ich immer die Drafts-App auf meinem iPhone parat, um Gedankenblitze für Newsletter zu notieren. Alles ist eine E-Mail.

Meine Frisur in diesem Video ist zwar grauenhaft, weil das Video zu dem Zeitpunkt entstanden ist, als alle Friseure wegen Coroni schließen mussten, aber der Inhalt ist superb.

70. Wirf einen Haken aus. Stell dir vor, du müsstest einen Facebook-Beitrag schreiben. Deine Leser scrollen geistesabwesend durch ihren Newsfeed. Wie könntest du den Scroll stoppen?

Welche Worte sind wie ein Haken für deine Zielgruppe, den sie einfach nicht ignorieren können – und anbeißen? Ich gebe dir ein Beispiel:

An alle frischgebackenen Mütter: So schläft dein Kind ab sofort jede Nacht durch.“ – wie könnten junge Mütter da nicht weiterlesen? Das, mein lieber Freund, ist ein Haken.

71. Ziehe eine Linie in den Sand. Wenn du an einem Strand stehst und mit einem Stock eine Linie in den Sand ziehst, hast du den Strand in 2 Hälften geteilt – manche Menschen sind rechts von der Linie, manche links.

Genauso solltest du deine ideale Zielgruppe verstehen.

Du schreibst für eine bestimmte Art von Leser – und nur für diese. Diejenigen auf deiner Seite des Strandes.

Was ich damit aussagen will?

Es ist genau so wichtig zu wissen, für wen du nicht schreiben willst. Versuchst du alle anzusprechen, fühlt sich niemand angesprochen. Starke Autoren zeigen klare Kante, beziehen Position und versammeln ihre Leserschaft um sich.

72. Erzähl mir nicht, wer du bist, sondern warum du mir wichtig sein solltest. Deine Leser interessieren sich maßgeblich dafür, inwiefern dein Produkt ihr Leben verbessert. Es interessiert sie nicht, dass du 12 Zertifizierungen hast und deinen Meister der Chakrentherapie in Uganda abgelegt hast.

Es interessiert sie aber definitiv, wie du ihnen helfen kannst, ein Problem zu lösen.

73. Enter late, leave early. Das ist ein Sprichwort aus der Schauspielkunst. Es sagt aus, dass du deine Zuschauer direkt ins Geschehen schmeißen sollst. Keine großen Vorgeschichten, wie es zum Krieg gekommen ist – zeig lieber das Schlachtfeld.

Die Spannungskurve startet also steil (enter late) – und flacht nie ganz ab (leave early). Lass ein paar Fragen offen, damit deine Leser einen Grund haben, dranzubleiben.

74. Lerne die Heldenreise kennen. Ist dir schon mal aufgefallen, dass Herr der Ringe, Harry Potter, Star Wars – alle erfolgreichen Filme demselben Aufbau folgen?

  1. Ein unscheinbarer Charakter wird zum Helden und zu einem Abenteuer gerufen
  2. Ein Mentor oder ein Orakel erscheint, um den Helden auf seinem Abenteuer zu unterstützen
  3. Ein Bösewicht will das Ziel des Helden vereiteln
  4. Es entstehen große Konflikte zwischen Held und Bösewicht
  5. Der Bösewicht scheint zu gewinnen
  6. In letzter Sekunde überwältigt der Held den Bösewicht
  7. Der Held triumphiert
  8. Happy End.

Das ist das einfache, zugegebenermaßen sehr komprimierte Prinzip der Heldenreise. Und der Grund, warum so viele bombastische Filme darauf aufbauen, ist simpel:

Es funktioniert.

Die Heldenreise ist auch für deine Werbetexte elementar. In deinem Business bist du der Mentor und deine Kunden die Helden. Mehr dazu findest du in dem Artikel über die Heldenreise.

75. Fakten sind überbewertet. Wenn du deine Leser von etwas überzeugen möchtest, nutze keine Fakten. Fakten sind langweilig und werden von vielen angefochten (auch, wenn es wissenschaftlich-fundierte Fakten sind.)

Was wirklich überzeugend ist?

Eine Geschichte. Eine Metapher. Eine Analogie.

Mir hat mal jemand gesagt, ein Blog sei eine Altersvorsorge und Fußbodenheizung zugleich. Damit war gemeint, dass es zwar ein wenig dauert, bis der Blog an Fahrtwind aufnimmt (bis der Boden warm wird), aber später im Alter hast du dafür Unmengen an gratis Traffic, ohne aktiv arbeiten zu müssen.

Klingt einleuchtend, oder?

Wenn du also jemanden überzeugen willst, steck’ die PowerPoint-Präsentation wieder ein. Erzähle eine Geschichte.

76. Sei spezifisch. Konkrete, detailreiche Texte sind glaubwürdiger, als breite, generische. Vergleiche mal:

  • Ich ging raus und roch die Backwaren vom Bäcker nebenan. Dort war eine große Schlange voller Menschen, die Brötchen kaufen wollten.
  • Ich schlenderte aus der Türe – und sofort stieg mir der Duft der Zimtschnecken, Brezeln und Rosinenbrötchen in die Nase. Mein Blick wanderte nach links zur Bäckerei Schiffgen, die schon um 6 Uhr morgens eifrig die Männer und Frauen des Dorfes mit frischen, warmen Brötchen versorgte.

Version 2 klingt eindrucksvoller, nicht wahr?

77. Erst zuhören, dann schreiben. Werbetexte schreibst du immer für eine Zielgruppe. In Texten für dein Online-Business geht es nicht darum, dass du deine Schreibleidenschaft auslebst – sondern darum, andere zu einer Handlung zu motivieren.

Dafür musst du wissen, wie deine ideale Zielgruppe tickt. Welche Worte verwendet sie? Wie beschreibt sie ihre Wünsche, Träume, Ängste und Sorgen? Höre erst genau hin – und schreibe dann.

78. Niemals den Respekt vor den Lesern verlieren. Ein Copywriter sagte einmal: „Never assume Readership“. Soll heißen: Gehe niemals davon aus, dass deine Texte schon gelesen werden, weil sie gut sind.

Das wäre töricht. Allen voran Werbetexte musst du schmackhaft machen. Sag dem Leser direkt zu Beginn, was er davon hat, wenn er den Text liest. Kommuniziere die Vorteile für ihn.

79: Dein Ziel: Zu motivieren, lehren oder zu bewegen. Texte, die oft geteilt und geklickt werden, erreichen eines dieser Ziele: Sie motivieren die Leser, eine Handlung durchzuführen. Sie unterrichten andere über ein Problem oder bieten Lösungen an. Und sie regen zum Nachdenken an.

80. Fordere zu einer Handlung auf. Was soll dein Leser tun, nachdem er deinen Text gelesen hat? Ein Werbetext ohne Handlungsaufforderung ist so nützlich wie ein Regenschirm bei Sonnenschein.

Fordere deine Leser auf, sich in deinen Newsletter einzutragen. Biete eine gratis PDF an. Offeriere ein Beratungsgespräch – irgendwas. Hat jemand deinen Text gelesen, ist er kaufbereit. Nutze diesen wertvollen Moment.

81. Sprich in einfachen Worten. In einer Dokumentation habe ich eine Szene gesehen, in der eine junge Frau mit einem Arzt sprach. Der Arzt schlug ihr Fremdworte und Fachchinesisch um die Ohren, als er die Diagnose verkündete.

Die junge Frau antwortete nur: „Und was heißt das jetzt für mich?“

Dasselbe fragen sich deine Leser, wenn du deine Texte durch lange, hochgestochene Akademiker-Worte aufblähst. Schreibe, wie du sprichst – und sprich so, dass dich ein Viertklässler versteht.

82. Habe einen klaren Prozess. Schreiben hat erstaunlich wenig mit Kreativität zu tun. Der eifrige Autor, der sich auf seine Muse verlässt, erntet oft eines: ein weißes, unbeschriebenes Blatt Papier (gepaart mit Selbstzweifeln.)

Das Schreiben verläuft immer nach einem Prozess. Schritt 1 ist die Zielsetzung. Was willst du mit deinem Text erreichen? Was sollen deine Leser von deinem Text mitnehmen?

Schritt 2 ist die Recherche. Schritt 3 die Struktur. Schritt 4 erst das Schreiben. Wie der Schreibprozess im Detail funktioniert, erfährst du in dieser Podcast-Episode.

83. Erstelle ein simples Freebie. Ein Freebie oder auch Lead Magnet ist ein kleines Geschenk an deine Leser, das du im Tausch gegen ihre E-Mail-Adresse anbietest (ja, das geht DSGVO-konform.)

Das könnte eine Checkliste sein, eine Sammlung von Tipps, ein eBook. Denke nicht zu lange darüber nach – Hauptsache, du erstellst schnell etwas, damit du dir deine E-Mail-Liste sofort aufbaust.

84. Starte Sätze mit „und“. Du bist hier nicht im Deutsch-Leistungskurs. Deine Texte sollen sich an der gesprochenen Sprache orientieren. Das sind Texte, die gerne gelesen werden.

Und da kommt es vor, dass Sätze mit der Konjunktion und starten. Habe keine Scheu davor.

85. Stelle rhetorische Fragen. Hin und wieder musst du deine Leser reaktivieren. Je länger dein Text, desto schwieriger ist es, die Aufmerksamkeit zu behalten.

Die rhetorische Frage ist dazu ein probates Mittel. Unserem Hirn fällt es schwer, Fragen zu ignorieren.

Ergibt Sinn, oder? (Ha!)

86. Schätze die Zeit deiner Leser. Zusatz: Schätze sie mehr als deine eigene. Denn einer von euch beiden wird sich durch den Text quälen müssen – du oder der Leser.

Schmetterst du deinen Lesern die ungefilterte, erste Version deiner Texte vor die Augen, weil du ihn nicht redigieren wolltest, quält sich dein Leser durch die Worte.

Und das ist nicht gut. So stößt dein Text auf taube Ohren. Also quäl dich lieber selbst durch die Texte. Verbessere sie. Streiche unnützes. Füge Beispiele hinzu.

87. Dimensionalisiere große Zahlen. Durch die Waldbrände in Australien 2020 wurde eine Fläche von 126.000 km² zunichte gemacht. Das entspricht einem Drittel von Deutschland.

Stell dir mal vor: Bayern, Baden-Württemberg, Dresden, Thüringen – alles niedergebrannt. Siehst du, wie viel greifbarer die Zahl 126.000 km² ist, wenn ich einen Vergleich liefere?

88. Nimm dem Leser das Denken ab. Das war einer der ersten Schreibtipps, die ich als junger Copywriter bekam. Damit ist gemeint, dass du deine Texte leicht verdaulich schreibst.

Verwende also Phrasen, wie

  • Soll heißen:
  • Das bedeutet für dich:
  • Dein Vorteil:
  • Das Problem:

und so weiter. Solche Phrasen vermitteln dem Leser genau, was als nächstes kommt.

89. Sprich Probleme an. Falls du Produkte wie Online-Kurse, eBooks, Webinare und Co. anbietest, dann wollen deine potenziellen Kunden wissen, welche Probleme du für sie lösen kannst.

Wichtig: Menschen kaufen Lösungen zu Problemen. Dafür muss vorher ein Bewusstsein für ein Problem vorhanden sein. Bevor du dein Produkt anpreist, beschreibe das Problem, das es für deine Zielgruppe löst.

90. Schreibe in leicht-verdaulichen Formaten. Falls du Blogartikel schreiben möchtest, überfordere deine Leser nicht mit, sagen wir, einem gigantischen Artikel mit über 100 Schreibtipps.

Spaß beiseite: Sogenannte Listicles, also Artikel im Listenformat („die 10 besten …“) werden gerne gelesen, geklickt und geteilt.

Autor sein

91. Kontinuität und Geduld. Deine Texte werden immer lesenswerter, je öfter, regelmäßiger du schreibst und desto mehr Zeit verstreicht. Übung macht tatsächlich den Meister.

Das ist einer der Gründe, warum ich 3 Tage die Woche einen Newsletter schreibe: So schärfe ich das Messer. Und irgendwann, nach einigen Jahren, könnte ich meine Texte dann womöglich, vielleicht als „lohnenswert“ beschreiben.

Aber das Urteil überlasse ich meinen Lesern.

Schreibtipps: Kontinuität und Gedult

92. Dein Input bestimmt deinen Output. Das ist wie bei der Ernährung: Wer ungehemmt Fast Food verschlingt, sieht dementsprechend aus. Wer sich gesund ernährt, sieht auch dementsprechend aus.

Wenn du großartige Texte schreiben willst, musst du großartige Texte konsumieren. Lies Bücher bekannter Autoren, schmökere in deinen Lieblings-Blogs.

Umgib dich mit grandiosen Texten, um selbst grandiose Texte zu schreiben.

93. Zücke öfter mal wieder den Stift. Ein Hoch auf Schreibmaschine, Tastatur und Co. Es wäre ohne nicht so leicht möglich, Autor zu werden.

Aber für Alltägliches, etwa Notizen oder für die To-Do-Liste, greife ich wieder zum Stift. Das Gefühl mit einem Stift auf Papier zu schreiben kannst du nicht ersetzen.

Es fühlt sich echter an. Roh. Dringlicher.

Auf dem PC kannst du tausende Gedanken in Sekundenschnelle einfangen. Wenn du handschriftlich arbeitest, musst du abwägen – denn alles kostet mehr Zeit. Eine wohltuende Bremse in der Hektik der Digitalisierung.

94. Belohne dich. So bleibst du am Ball. Mein Schwachpunkt sind Eisbecher. Ben & Jerry’s, Häagen Dasz, Magnum – du kannst dir sicher sein, dass ich mich damit belohne, wenn ein Schreibprojekt abgeschlossen ist.

Etwa ein Artikel mit über 100 Schreibtipps. Uff – weiter gehts.

95. Lade deine kreativen Batterien wieder auf. Ich schreibe viel. Wirklich viel. Das funktioniert aber nur, wenn auf Phasen des Schreibens eine Phase der Erholung folgt. Das muss kein monatelanger Urlaub sein – ich mache gerne lange Waldspaziergänge am Wochenende, wenn ich etwa meine alte Heimat besuche.

Fremde Kulturen kennenzulernen, unbekannte Orte zu bereisen – all das reißt dich aus dem Alltagstrott heraus und druckbetankt deinen Kopf mit neuer Energie.

96. Ernähre dich bewusst. Zu viel Zucker, zu viele Kalorien, Fastfood – ein Rezept für Gedankennebel und Schreibblockaden. Du musst nicht zum „Healthy Foodblogger“ werden, aber wer Fritteusenfett tankt, darf sich nicht wundern, wenn irgendwann die Motorkontrollleuchte blinkt.

Ich habe einfache Regeln, was meine Ernährung angeht (pro Tag):

  • Rund 2.000 Kalorien
  • Ca. 300g Gemüse
  • 1 Stück Obst
  • 3-4 Liter Wasser
  • 80% vollwertige, gesunde Nahrung – 20% Süßes und Fast Food.

97. Sei empathisch. Empathie ist die Fähigkeit, sich in die Gefühle, Gedankenwelt und Motive einer anderen Person hineinversetzen zu können. Gute Copywriter müssen Empathie entwickeln, um Kaufmotive ihrer Zielgruppe herauszufinden.

Aber auch Buchautoren oder Blogger tun gut daran, Empathie zu entwickeln. Denn wir Menschen wollen uns mit den Figuren in Texten und Filmen identifizieren können. Das erreichst du nur, wenn du die Gefühle und Gedanken deiner Leser gespenstisch genau beschreibst.

98. Lies Texte außerhalb deiner Bubble. Als ich Copywriting lernen wollte, gab es für mich kein anderes Thema. Mein Bücherschrank ist voll von Copywriting-Büchern.

Und dann kam Marketing. Ich habe alles über Marketing gelernt. Dann Unternehmertum. Kurz: Ich habe mich in einer engen Bubble bewegt. Romane wurden verschmäht – die hatten ja nichts mit Marketing oder Copywriting zu tun.

Genau das macht sie so wertvoll. Manchmal braucht man frischen Wind und Abstand zu seinen Themen. Daher lies auch Texte außerhalb deiner Bubble. Das wird dir neuen Zündstoff für Texte geben.

99. Du brauchst kein Talent. Schreiber werden nicht geboren, sondern gemacht. Oder besser: geschmiedet.

Schlag um Schlag, Wort um Wort, Tag um Tag – wenn du jeden Tag schreibst, Autoren studierst und dir Feedback einholst, kannst du dich zum angesehenen Schreiber mausern.

Das ist eine Fähigkeit, die man lernen kann. Kleiner Fun Fact: Ich wäre in der 8. Klasse fast sitzen geblieben. Wegen meiner Deutschnote.

100. Schreibe über das, was dich interessiert. Du kannst nur für kurze Zeit flussaufwärts schwimmen. Irgendwann ermüdest du. Schreibe daher über Dinge, die dich leidenschaftlich bewegen.

Bist du Fitness-Junky? Schreibe über Sport.

Sind Finanzen voll dein Ding? Starte einen Finanzblog.

Du bist reise-verrückt? Fliege um die Welt und dokumentiere es.

101. Rege dein Publikum zum Denken an. Der Stift in deiner Hand ist ein Schwert. Er ist ein mächtiges Werkzeug, um die Gedanken vieler Menschen zu beeinflussen.

Du kannst Missstände ansprechen – vielleicht sogar eine kleine Delle ins Universum hauen.

102. Schreibe deinem Publikum nicht vor, was es zu denken hat. Rege zum Denken an, aber liefere keine vorgefertigte Meinung zum Übernehmen ab.

103. Vertraue niemals Freunden und Familie. Halt, warte. Hier fehlt Kontext: Vertraue ihnen niemals, wenn es um Feedback geht. Freunde und Familie finden alles toll, was du zu Papier bringst.

Feedback holst du dir von einem Mentor, der im Zweifelsfall kein Problem damit hat, dein Selbstbewusstsein zusammenzufalten.

Es ist nur zu deinem Besten.

104. Ein Text ist nie fertig, aber … irgendwann musst du mit dem Text fertig sein. Jedes Wortwerk (netter Neologismus, oder?) kann optimiert werden. Es gibt keinen perfekten Text.

Aber was nutzt der perfekte Artikel, wenn er in der Schreibtischschublade Staub ansetzt? Done is better than perfect, wie der Amerikaner sagt.

105. Veröffentliche, was außerhalb deiner Komfortzone liegt. Schon mal ein flaues Magengefühl gehabt, als du einen Text veröffentlicht hast? Hast du dich mal gesorgt, dass dein Werk missverstanden werden könnte?

Gut so.

106. Erfinde das Rad nicht neu. Weißt du, warum die erfolgreichsten Filme auf dem Prinzip der Heldenreise basieren? Weil es funktioniert. Punkt.

Es gibt bestimmte Textformate, die sich seit Jahrzehnten bewährt haben. Du musst keine verrückte, neue Idee haben, um den nächsten Beststeller zu schreiben. Du musst ein bewiesenes Format gut umsetzen.

Dasselbe gilt für Blogs: Es hat einen Grund, dass „Listicles“ so beliebt sind.

Schreibtipps: Apps, Tools und Tricks

107. Notiere dir Metaphern, Geschichten und Zitate. Ich nutze dafür eine Notiz-App. Zitate, Geschichten und Metaphern sind wunderbare Grundlagen für Texte. Besonders Newsletter.

Falls du mal nicht weißt, worüber du schreiben sollst: Schau in deine Notizen.

108. Nutze eine Gedanken-Inbox. Das ist ein Auffangbecken für deine Geistesblitze. Wie eine Briefschale, in der erstmal alle Briefe gesammelt werden, die du bekommen hast. Im Anschluss kannst du die Briefe weiter sortieren oder direkt bearbeiten.

Deine Gedanken brauchen ein Ort zum Leben – und dein Kopf ist dafür nicht geeignet. David Allen sagte: „Dein Kopf ist da, um Ideen zu haben; nicht um sie zu verstauen.“

Je mehr unverarbeitete Ideen in deinem Kopf herumwusern, desto weniger kreativ bist du. Sie verstopfen dich. Ich schreibe Ideen daher in eine Notiz-App. Die von Apple reicht völlig.

109. Besorg dir ein Tool für Mindmaps. Bei mir startet alles in einer Mindmap – wirklich alles. Während ich diese Worte tippe, schiele ich nach links auf meinen zweiten Monitor. Denn da sehe ich die Mindmap für diesen Artikel.

Mindmaps sind befreiend. Du kannst deine Gedanken kreuz und quer niederprasseln lassen – und später irgendwie Sinn aus dem Gedankengetummel machen, indem du sie sortierst.

Ich nutze MindNode für den Mac. Vermutlich das Programm, das ich am häufigsten verwende.

Mindmap für Schreibtipps

109. Führe deine To-Do-Liste handschriftlich. Ich bin ja ein echt digitaler Typ. Ich scanne jeden Beleg und Brief ein; aber meine To-Do-Liste unterliegt einem strikten Digitalisierungsverbot.

Dafür nutze ich ein X47-Notizbuch. Nicht günstig, aber hochwertig. Dadurch überlege ich mir genau, was ich reinschreibe. Ich bin sorgfältiger. Nehme es ernster.

Als Autor solltest du ohnehin nicht vollends den Stift aus der Hand nehmen. Die To-Do-Liste ist eine der letzten Bastionen des Analogen.

110. Finde deine App zum Schreiben. So sehr ich es mag, handschriftlich zu schreiben, möchte ich keine Artikel mit 6.000+ Wörtern per Hand schreiben. No, thanks.

Es gibt hunderte Apps zum Schreiben. Solange du nicht Microsoft Word benutzt, ist alles gut. Ich kann dir Ulysses empfehlen. Sieht gut aus, ist schlicht und fokussiert dich zu 100% auf das Geschriebene. Dieser Artikel entsteht auch in Ulysses.

111. Investiere in eine gute Matratze. Das ist vielleicht nicht der offensichtlichste Schreibtipp, aber ein effektiver. Fakt ist: Als unausgeruhter Zombie bringst du nichts lesenswertes zu Papier. Ohne guten Schlaf sind deine Gedanken vernebelt.

8 Stunden Schlaf, kein Blaulicht, eine gute Matratze. Wenn etwas davon nicht stimmt, merke ich das sofort an meiner Produktivität am Morgen.

112. Noise-cancelling Kopfhörer in die Ohren. Wenn du ein bisschen wie die meisten Autoren bist, arbeitest du gerne mal an anderen Orten. Etwa einem Café. Da ist es nicht immer leise.

Ich habe meine AirPods Pro immer in der Tasche. Es müssen nicht die AirPods sein, aber Kopfhörer, die den Lärm um dich herum abschirmen, gehören zum Inventar eines jeden Schreibers.

113. Nutze die Pomodoro-Technik. Ein einfaches Prinzip: 25 Minuten fokussierte Arbeit und 5 Minuten Pause wechseln sich ab. Ich persönlich habe die Pomodoro-Technik etwas angepasst:

60 Minuten Arbeit gefolgt von 15 Minuten Pause.

Ich habe gemerkt, dass wenn ich schreibe und imFlow angekommen bin, ich die Welle so lange reiten sollte, wie möglich. Social-Media, E-Mails und sonstige Ablenkungen sind währenddessen tabu.

114. Trinke verdammt guten Kaffee. Das Lebenselixier jedes guten Schreibers. Geize weder bei deiner Kaffeemaschine, noch bei den Bohnen. Und ganz nebenbei: Besorg dir ein paar Lieblingstassen.

Ich trinke meinen Kaffee standardmäßig aus einer Dragonball-Tasse. Logisch, oder?

Schreibtipp: Trinke verdammt guten Kaffee

115. Nutze Affirmationen. Schau: Ich bin kein esoterischer oder spiritueller Mensch. Ganz im Gegenteil. Aber seitdem ich mit Affirmationen arbeite, bin ich produktiver, ausgeglichener und glücklicher.

Es kann nicht schaden, sich ein paar autorenspezifische Affirmationen aufzuschreiben und sich jeden Tag vorzusagen. Etwa:

  • Zu schreiben fällt mir leicht – und ich genieße es
  • Texte fließen aus mir heraus
  • Es ehrt mich, dass ich von meinen Texten leben kann.

Selbst, wenn das noch nicht der Fall ist: Sag es dir selbst. Jeden Tag.

Könnte ja sein, dass es wahr wird. Wer weiß?

116. Diktiere deine Texte. Ich habe es persönlich noch nicht getestet, aber ich habe schon oft gehört, dass so etliche Bücher entstehen.

Der Autor diktiert grob seine Gedanken zu einem Kapitel und lässt diese transkribieren. Anschließend überarbeitet ein Assistent die Transkription: Fehler ausbessern, Grammatik prüfen und so weiter. So entsteht eine erste Rohfassung des Textes.

Das geht bedeutend schneller, als zu tippen.

117. Nimm Sprachmemos auf. Dir kommt spontan ein Gedanke, eine Idee für einen Text? Nimm ihn auf. Jedes iPhone kommt mit einer Sprachmemo App. Das geht sogar mit der AppleWatch. So kannst du Gedanken schnell speichern, ehe sie dir entwischen.

Schreibtipps: Fazit

Uff. Das war mal ein Blogpost, der es in sich hat.

Habe ich irgendeinen Schreibtipp vergessen? Lass es mich in den Kommentaren wissen!

Tim Gelhausen

Über den Autor

Hi, ich bin Tim – Host des Conversion Copywriting Podcast und Gewinner des 2-Comma-Club-Awards. Als Copywriter helfe ich dir durch fesselnde Werbetexte und authentisches Marketing, Kunden für deine Online-Kurse und Coachings zu gewinnen. Ich bin der Typ, zu dem andere kommen, wenn sich ihre Produkte nicht gut genug verkaufen. Meine Achillesferse? Ben & Jerry's. Davon komme ich einfach nicht weg.

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